Huacachina
Huacachina ist ein Dorf, das sich um einen kleinen natürlichen See mitten in der Wüste legt, rund fünf Kilometer von der Stadt Ica entfernt. Dauerhaft wohnen hier nur etwa 100 Menschen, trotzdem kommen jedes Jahr viele Besucher. Die Promenade um die Lagune ist rund um die Uhr frei zugänglich. Nimm dir Zeit für eine Runde am Ufer: vorn das Wasser, gleich dahinter der Sand. In Peru heißt der Ort gern die „Oase Amerikas“, und 1991 kam er sogar auf die Rückseite des 50-Nuevo-Sol-Scheins.
Zur Entstehung der Lagune erzählt man sich eine Legende. Eine schöne Prinzessin legte ihre Kleider ab, um zu baden. Im Spiegel sah sie, wie sich von hinten ein Jäger näherte, erschrak und floh. Ihr Spiegel blieb zurück und wurde zum See. In einer anderen Fassung ist es das Becken, in dem sie badete, das zur Lagune wurde. Die Falten ihres Mantels, die hinter ihr herwehten, sollen die Dünen ringsum geformt haben, und die Prinzessin selbst lebe bis heute als Meerjungfrau in der Oase.
Die nüchterne Erklärung: Das Wasser sickert aus unterirdischen Grundwasserschichten nach oben. Als Anfang der 2000er Jahre immer mehr Brunnen gebohrt wurden, geriet dieser Zufluss in Gefahr. Seit 2015 pumpen örtliche Unternehmergruppen Wasser in den See, um die Oase als Reiseziel zu erhalten. 2016 wurde angekündigt, dass der peruanische Wissenschaftler Marino Morikawa, der mit einem Nanoblasen-System bereits den See El Cascajo gereinigt hatte, die Lagune sanieren soll. Bis 2020 war von dem Vorhaben nichts mehr zu hören.
Ursprünglich ist Huacachina ein Ausflugsort für Familien aus Ica. Immer mehr Reisende kommen aber wegen der Dünen und des Sandboardings. Genau dorthin führt dich die Route: Von hier sind es 5110 m, etwa 71 Minuten zu Fuß, bis zum Regionalen Schutzgebiet Laguna de Huacachina.






