Rotes Fort
Die roten Sandsteinmauern geben dem Fort seinen Namen: Lal Qila heißt auf Hindi rotes Fort, wobei Qila aus dem Arabischen kommt und Festung bedeutet. Ursprünglich hieß die Anlage Qila-i-Mubarak, das gesegnete Fort, und sie war einst rot und weiß gefasst. Achte auf das Lahori-Tor, den Haupteingang: Hier beginnt die Geschichte, die jeder Inder kennt.
Shah Jahan gab den Bau Ende der 1630er Jahre in Auftrag, nachdem er beschlossen hatte, die Hauptstadt der Moguln von Agra nach Delhi zu verlegen. Der Entwurf wird Ustad Ahmad Lahori zugeschrieben, dem Architekten des Taj Mahal. Das Fort verbindet persische und indische Baukunst und war Wohnsitz der kaiserlichen Familie; die Yamuna speiste einst die Gräben, die den Großteil der Mauern umgaben.
Die Pracht hielt nicht lange. 1739 plünderte Nadir Shah das Fort und nahm Kunstwerke und Juwelen mit. Nach dem Aufstand von 1857 rissen die Briten viele der Marmorbauten ab, nur die Verteidigungsmauern blieben weitgehend stehen, und das Fort diente fortan als Garnison. Was du drinnen siehst, ist also ein Teil der einstigen Residenz.
Am 15. August 1947 hisste Jawaharlal Nehru, der erste Premierminister Indiens, über dem Lahori-Tor die indische Flagge. Seitdem zieht jeder Premierminister am Unabhängigkeitstag hier die Trikolore auf und spricht von den Wällen zur Nation. Seit 2007 ist der Komplex UNESCO-Welterbe. Hinein lohnt es sich für alle, die den Mogulhof verstehen wollen; ausländische Besucher zahlen Eintritt, online etwas weniger als bar. Plane rund anderthalb Stunden ein.
Das Fort liegt am Rand von Chandni Chowk; bis zum Basar gehst du 2170 m, etwa 30 Minuten.












