Kathedrale San Martino
Du beginnst an der Kathedrale San Martino, dem Sitz des Erzbischofs von Lucca, geweiht dem heiligen Martin von Tours. Schau zuerst auf die Westfront: unten eine weite Vorhalle mit drei Bögen, darüber drei Reihen offener Galerien voller Skulpturen. Begonnen hat sie 1204 Guido Bigarelli aus Como. Aus dem Bau des 11. Jahrhunderts stehen noch die große Apsis mit ihren hohen Säulenarkaden und der Glockenturm.
Eine Kirche gab es hier schon im 6. Jahrhundert, Anfang des 8. Jahrhunderts zog der Bischofssitz hierher. Den heutigen Bau begann 1060 Bischof Anselm, der später als Alexander II. Papst wurde und die Kirche 1070 selbst weihte. Langhaus und Querhaus wurden im 14. Jahrhundert gotisch neu errichtet. Das Domkapitel war selbstbewusst: 1225 bestimmte es einen neuen Bischof per Los, und Papst Honorius III. bestätigte die Wahl, obwohl ihm das Verfahren missfiel.
Der Grund hineinzugehen ist der Volto Santo, das Heilige Antlitz, die kostbarste Reliquie der Stadt. Der Legende nach schnitzte es ein Zeitgenosse Jesu, über eine Reihe wundersamer Ereignisse kam es 782 in die Kirche. Es steht im Langhaus in einer kleinen achteckigen Kapelle, die Matteo Civitali 1484 baute, der bekannteste Bildhauer Luccas in der Frührenaissance. Seinem Namen begegnest du gleich noch einmal.
Die Kathedrale allein kostet Eintritt. Hast du eine gute Stunde, nimm das Kombiticket: Es schließt Glockenturm, Museum und die Kirche Santi Giovanni e Reparata ein. Von hier sind es 260 m, etwa 4 Minuten, zur Piazza San Michele; unterwegs streifst du die kleine Piazzetta del Libro.


















