Kappelbrücke
Du stehst am Wahrzeichen der Stadt: einer gedeckten Holzbrücke, die schräg über die Reuss läuft. Gebaut wurde sie um 1365 als Teil der Befestigung. Sie verband die Altstadt am rechten Ufer mit der Neustadt am linken und schützte Luzern zur Seeseite hin. Ihren Namen hat sie von der nahen Peterskapelle. Anfangs war sie über 270 Meter lang, durch Kürzungen und aufgeschüttete Ufer misst sie heute 204,7 Meter. Sie gilt als älteste gedeckte Holzbrücke Europas und als älteste erhaltene Fachwerkbrücke der Welt.
Schau beim Gehen nach oben. In den dreieckigen Giebelfeldern hängen Bilder aus dem 17. Jahrhundert. Bemalte Giebel hatten in Luzern alle drei hölzernen Fußgängerbrücken: die Kapellbrücke, die längst abgebrochene Hofbrücke und die Spreuerbrücke, die du gleich überquerst. Am 18. August 1993 brannte die Kapellbrücke beinahe ganz ab, zwei Drittel der Bilder gingen verloren. Schon am 14. April 1994 war sie wieder offen, wiederaufgebaut für 3,4 Millionen Franken.
Der achteckige Wasserturm daneben ist 34,5 Meter hoch und rund 30 Jahre älter als die Brücke. Er war Gefängnis und Folterkammer, später Stadtarchiv und Schatzkammer. Heute sitzen darin ein Artillerieverein und ein Souvenirladen; für Besucher ist der Turm geschlossen, du siehst ihn also von der Brücke und vom Ufer aus.
Die Brücke ist rund um die Uhr offen und kostenlos, nimm dir Zeit für die Bilder. Am linken Ufer sind es dann 230 Meter, drei Minuten, bis zur Jesuitenkirche.


























