Holzbrücke Rapperswil–Hurden
Hier beginnt ein Fußweg über das Wasser: Die Holzbrücke führt über den Obersee, den oberen Teil des Zürichsees, hinüber nach Hurden. Eröffnet wurde sie am 6. April 2001, und mit 841 Metern ist sie die längste Holzbrücke der Schweiz. Daneben verläuft der Seedamm, ein Bau aus Stein und Metall mit zwei Brücken. Beide verbinden den Kanton St. Gallen mit dem Kanton Schwyz, und beide nutzen dieselbe Stelle: Hier ist der Zürichsee am schmalsten und am flachsten.
Genau deshalb ist dieser Übergang viel älter, als die Brücke aussieht. An der Fundstelle Hurden Rosshorn haben Archäologen Reste von Brücken oder hölzernen Stegen gefunden, die bis in die Zeit der Horgener Kultur zurückreichen, dazu viele Spuren aus der Bronzezeit. Weitere Holzbrücken stammen aus der Hallstattzeit (647 v. Chr.), der Römerzeit (165 n. Chr.) und dem frühen Mittelalter (741 n. Chr.). Die römische Brücke entstand unter Kaiser Mark Aurel und war sechs Meter breit.
Rund um diese Übergänge lagen Pfahlbausiedlungen, etwa in Hurden Seefeld und beim heutigen Technikum in Rapperswil. Die Inselsiedlung beim Technikum aus dem 17. Jahrhundert v. Chr. bestand zur selben Zeit wie einige der Übergänge am Rosshorn. Alle drei Fundstellen gehören zum UNESCO-Welterbe der prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen. Du gehst also auf einer Linie, die Menschen seit Jahrtausenden nutzen.
Später pendelten Fähren zwischen Rapperswil und Hurden, bis 1360 wieder eine Brücke eröffnet wurde. Sie blieb lange die wichtigste Verbindung der Region und endete an einem Brückentor im Süden der Altstadt. Diesem alten Verkehrsweg folgst du jetzt: 1010 Meter, etwa 14 Minuten, zum Fischmarktplatz.






















