Landesmuseum Zürich
Du beginnst an einem Haus, das bis 2009 Schweizerisches Landesmuseum hieß und 1898 eröffnet wurde. Heute ist das Landesmuseum Zürich das meistbesuchte historische Museum der Schweiz. Seit 2010 gehört es zum Schweizerischen Nationalmuseum, einem Verbund des Bundes aus drei kulturgeschichtlichen Museen und einem Sammlungszentrum, den die Kulturwissenschaftlerin Denise Tonella leitet.
Spannend ist, wie mühsam der Weg zu diesem Museum war. Nach der Gründung des Bundesstaats 1848 gab es weder eine Sammlung zum jungen Staat noch eine große patriotische Bewegung. Der Nationalrat Friedrich Salomon Vögelin, Professor für Kunstgeschichte am Polytechnikum, scheiterte 1880 mit einer ersten Motion, weil es ja genug kantonale Sammlungen gebe. Manche meinten sogar, vor 1798 habe es gar keine Schweizer Geschichte gegeben, nur Kantonsgeschichten.
Erst die Landesausstellung von 1883 drehte die Stimmung. Vögelins „Gruppe 38“ zeigte dort im Pavillon „Alte Kunst“ ein kleines Nationalmuseum, um vor dem Ausverkauf nationaler Kulturgüter zu warnen. 1884 erwarb der Bund die Pfahlbaufunde von Auvernier und erhielt Raumausstattungen wie eine spätgotische Ratsstube aus Mellingen und das Interieur der Rosenburg in Stans. Danach stritten Basel, Bern, Luzern und Zürich erbittert darum, wer das prestigeträchtige Haus bekommt.
Lohnt sich der Eintritt? Wenn dich Schweizer Geschichte interessiert, ja, und dann plane eher eineinhalb Stunden ein als eine halbe. Wer heute vor allem die Altstadt sehen will, wirft einen Blick auf den Bau und geht weiter. Vom Landesmuseum sind es 800 m und 12 Minuten zum Lindenhof, dem Ort, an dem die Zürcher Geschichte tatsächlich beginnt.




























