Kloster Engelberg
Hier beginnt alles, auch im wörtlichen Sinn: Um das Kloster Engelberg herum ist der Ort überhaupt erst gewachsen. Die Benediktinerabtei ist Unserer Lieben Frau von den Engeln geweiht und liegt beherrschend am oberen Ende des Tals. In den Gründungsurkunden heißt sie Mons Angelorum, Berg der Engel, und Engilberc; daraus wurde der Name, den heute der ganze Ort trägt.
Gegründet hat das Kloster Graf Konrad von Sellenbüren am 1. April 1120. Die ersten Mönche kamen aus dem Kloster Muri, ebenso der erste Abt Adelhelm. Der Stifter trat später selbst als Mönch in sein Kloster ein und starb hier am 2. Mai 1126. Schon 1124 erkannten Papst Calixt II. und der Kaiser die Abtei an, und sie wurde direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt. Heute gehört sie zum Bistum Chur, früher zum Bistum Konstanz.
Ganz glatt lief der Anfang nicht: Nach Adelhelm folgten drei umstrittene Äbte, die die Gemeinschaft spalteten. Ordnung brachten drei Äbte aus St. Blasien im Schwarzwald, allen voran Frowin. Unter ihm entstand ein Skriptorium, in dem um 1200 der sogenannte Engelberger Meister mehrere Bücher schrieb und illustrierte. Seit Frowin lebten hier Mönche und Nonnen in einem Doppelkloster; die Nonnen gründeten 1615 das Kloster St. Andreas in Sarnen.
Die Äbte waren nicht nur geistliche, sondern auch weltliche Herren. Ab 1236 regierten sie per päpstlicher Bulle über 115 Städte und Dörfer, und auch der Ort vor den Klostermauern unterstand ihnen. Erst 1798, mit der Französischen Revolution, verloren sie die meisten dieser Rechte. Diese Geschichte begegnet dir später im Wappenhaus wieder.
Gelände und Außenbereich sind frei. Hinein kommst du mit der Klosterführung, die Eintritt kostet. Lohnend ist sie für alle, die mehr als Fassaden sehen wollen. Am Start liegt auch der kleine Spiegelsee, dann sind es 320 Meter, rund 4 Minuten, bis Kunst im Wald.








