Benediktinerabtei Einsiedeln
Die Runde beginnt am größten Wallfahrtsort der Schweiz. Die Benediktinerabtei Einsiedeln zählt zu den bedeutendsten barocken Klosteranlagen, und das Ziel der meisten Besucher liegt in der Klosterkirche: die Gnadenkapelle mit der Schwarzen Madonna. Rund 800.000 Pilger und Touristen kommen jedes Jahr ihretwegen. Klosterkirche und Gelände kosten keinen Eintritt.
Am Anfang stand ein Mann, der seine Ruhe wollte. Meinrad, 797 in Sulchen geboren und auf der Klosterinsel Reichenau ausgebildet, wurde Mönch und Priester. Weil man ihm Wunder nachsagte, zog er Aufmerksamkeit auf sich, und so baute er sich 828 eine Einsiedelei im Wald von Einsiedeln. Im Januar 861 erschlugen ihn zwei Räuber. Achtzig Jahre lang lebten danach andere Einsiedler an seinem Ort.
934 baute Eberhard, zuvor Propst in Straßburg, an dieser Stelle Kloster und Kirche und wurde erster Abt. Der Legende nach weihte Christus selbst die Kirche 948 zu Ehren seiner Mutter. Damit begann die Wallfahrt zur Erlöserkapelle, die im Mittelalter zur Marienwallfahrt wurde. 965 erhob Kaiser Otto I. den dritten Abt, Gregor, zum Reichsfürsten; seine Nachfolger trugen den Titel, bis das Reich 1806 endete. Nach einem weiteren Brand wurde die Kirche 1226 erweitert und die Unterkirche über der Erlöserkapelle gebaut.
Heute leben hier rund 40 Mönche. Die Abtei untersteht keinem Bistum, sie ist eine Territorialabtei, und sie trägt sich selbst: mit einem Gymnasium, einem Weingut, einer Sägerei und einem Restaurant. Ein früherer Schüler, Ludwig von Flüe, machte Karriere in der Schweizergarde in Frankreich und spielte beim Sturm auf die Bastille eine Schlüsselrolle.
Plane hier ruhig eine Stunde ein. Die Gnadenkapelle ist außerhalb der Gottesdienste nur zu bestimmten Zeiten für stilles Gebet offen; am besten siehst du sie am Ende der Runde. Wer tiefer einsteigen will, bucht eine Führung. Dann geht es 960 m und 13 Minuten weiter in die Benzigerstrasse zum Panorama.








