Basílica del Voto Nacional
Gleich am Anfang steht ein Superlativ, der belegt ist: Die Basílica del Voto Nacional ist die größte neugotische Basilika Amerikas und das wichtigste neugotische Bauwerk Ecuadors. Sie liegt am Rand des historischen Zentrums, und wenn du vor ihr stehst, merkst du sofort, woher die Idee kam: Der Architekt Emilio Tarlier nahm sich die Kathedrale von Bourges in Frankreich zum Vorbild.
Der Name erzählt die Geschichte. 1883 hatte Pater Julio Matovelle die Idee, ein Denkmal für die Weihe Ecuadors an das Heiligste Herz Jesu zu bauen, und noch im selben Jahr unterschrieb Präsident Luis Cordero das Dekret. Es wurde ein nationales Gelübde, daher „Voto Nacional“. Der Kongress gab monatlich 1.000 Pesos frei, später half sogar eine eigens eingeführte Salzsteuer. Am schönsten ist aber die Geschichte der Spender: Gläubige schenkten einzelne Steine für den Bau und bekamen dafür ihren Namen in den Stein graviert.
Der Grundstein wurde am 10. Juli 1892 gelegt, im Wesentlichen fertig war die Kirche 1924. Gesegnet hat sie Papst Johannes Paul II. erst am 30. Januar 1985, geweiht wurde sie 1988, und seit 1991 trägt sie den Titel einer Basilica minor. Heute ist sie auch Nationalheiligtum.
Hinein kostet Eintritt, der Turm ist ein eigenes Ticket. Wenn dich gotische Formen, Höhe und Raumwirkung interessieren, lohnt sich zumindest der Kirchenraum. Wer nur wenig Zeit hat, sieht die Fassade und geht weiter.
Von hier sind es 770 m und elf Minuten bis zur Plaza de la Independencia, dem Platz, an dem sich in Quito seit vier Jahrhunderten die Macht versammelt.


























