Schloss Nantes
Vor dir steht eine Festung, keine Märchenburg: Mauern und Türme, größtenteils im 15. Jahrhundert gebaut, mit Teilen, die vom 14. bis ins 18. Jahrhundert reichen. Am frühen Morgen sind Innenhof und Wehrgang ein guter Ort für einen ersten Rundblick, bevor der Rest der Stadt erwacht.
Gegründet hat die Anlage Guy de Thouars im 13. Jahrhundert als Verteidigungsbasis. Unter Herzog François II wurde sie zur wichtigsten Residenz der bretonischen Herzöge, und im Krieg gegen den französischen König, der Guerre folle, diente sie ihm auch als Festung. Seine Tochter, die Herzogin Anne, musste nacheinander zwei Könige Frankreichs heiraten, Karl VIII. und Ludwig XII. Diese Ehen führten die Bretagne an Frankreich heran, und 1532 besiegelte François I. die Union mit einem Edikt, unterzeichnet hier im Schloss.
Danach war es eine königliche Festung: Fast alle Könige Frankreichs kamen bei Besuchen in der Bretagne hierher, die Gouverneure der Provinz residierten offiziell im Schloss, blieben aber meist nur kurz. Die Ausnahme war der Herzog von Mercœur, der während der Religionskriege hier Hof hielt. Später diente die Anlage als Staatsgefängnis, Kaserne und Arsenal. Die Revolution überstand sie unbeschadet, doch 1800 explodierten die Pulvervorräte und zerstörten einen großen Teil des Baus. 1840 wurde es Baudenkmal, 1915 ging es an die Stadt.
Lohnt das Museum? Wenn dich Nantes selbst interessiert, ja: Im Schloss ist das Stadtgeschichtsmuseum untergebracht, eingerichtet nach langen Bauarbeiten zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Es kostet Eintritt, die Sonderausstellungen sind im Ticket enthalten. Wer nur Atmosphäre sucht, dem genügen Hof und Wehrgang.
Vom Schloss gehst du 2070 Meter, rund 28 Minuten, hinüber auf die Île de Nantes, wo im alten Loire-Hafen eine ganz andere Seite der Stadt wartet.










