Casinò di Sanremo
Die Runde beginnt mit einem Auftritt. Das Casinò di Sanremo hat der französische Architekt Eugène Ferret entworfen, eröffnet wurde es am 14. Januar 1905. Sieben Projekte lagen damals vor, Ferret setzte sich mit dem Jugendstil durch, der in Frankreich gerade in Mode war, und wurde per Vertrag gleich auch erster Leiter des Spielbetriebs. Schau dir die Fassade in Ruhe an: Sie zeigt eine Stadt, die um ausländische Gäste warb.
Denn zuerst war das Haus ein Kursaal: Theater, Konzerte, Restaurants und ein Treffpunkt für die Fremden in der Stadt. Ab 1913 hatte es sogar eine eigene Straßenbahnanbindung. Das Glücksspiel wurde lange nur geduldet, bis ein Gesetz von 1928 Sanremo die Ausnahme ausdrücklich erlaubte, auch um gegen die Konkurrenz an der Côte d'Azur zu bestehen. Die Einnahmen durften in große öffentliche Bauvorhaben der Stadt fließen.
Die Glanzjahre fallen in die Zeit von Luigi De Santis, der das Casino ab 1927 führte und selbst ein ausgezeichneter Kenner des Spiels war. 1930 fand hier eines der berühmtesten Schachturniere statt, Weltmeister Alexander Aljechin gewann klar. In den 1930ern gingen Luigi Pirandello, Pietro Mascagni und der Dichter Francesco Pastonchi ein und aus. De Santis holte die Schauspielerin Marta Abba nach Sanremo und bot ihr eine feste Theatertruppe an, mit Pirandello als künstlerischem Leiter; Pastonchi bekam Geld für seine literarischen Montage.
Hinein kommst du ohne Eintritt, und für Architekturfans lohnt der Blick ins Innere. Danach sind es nur 160 Meter, zwei Minuten, bis zur russischen Kirche: ein zweites Kapitel derselben Epoche, als Sanremo Urlaubsort des europäischen Adels war.






















