Würzburger Residenz
Du startest am Bau, der Würzburg zur Weltkulturerbe-Stadt gemacht hat. Seit 1981 steht die Würzburger Residenz auf der UNESCO-Liste, und schon die Fassade zeigt, warum: Hier sollte ein Fürstbischof residieren wie ein König. Napoleon soll sie spöttisch das größte Pfarrhaus Europas genannt haben.
Die Geschichte beginnt mit einem Gerichtsverfahren. Johann Philipp Franz von Schönborn gewann im Jahr seines Amtsantritts 600.000 Gulden, ein Vermögen. Der kleine Palast, in den er den Hof von der Festung Marienberg verlegt hatte, war ihm zu bescheiden; er dachte an Versailles und Schönbrunn. Unterstützt wurde er von seinem Bruder Friedrich Carl, Reichsvizekanzler in Wien, und seinem Onkel Lothar Franz, dem Mainzer Kurfürsten, der offen zugab, vom „Bauwurm“ befallen zu sein. 1720 begann der Bau, 1744 war er fertig.
Hauptarchitekt war Balthasar Neumann, der Hofbaumeister. Dazu holte man Planer aus Wien und Paris, deshalb mischen sich österreichischer und französischer Barock. Innen wartet das, wofür die meisten kommen: die Fresken des Venezianers Giovanni Battista Tiepolo, gemalt mit seinem Sohn Domenico, dazu der Kaisersaal und die Kapelle als Meisterwerke von Barock und Rokoko.
Der Innenbesuch kostet Eintritt und lohnt sich für fast alle, für Kunstinteressierte unbedingt. Achte darauf, dass vieles, was du siehst, nach 1945 wiederhergestellt wurde: Britische Bomben hatten das Schloss schwer getroffen, die Restaurierung läuft seit Kriegsende. Danach trittst du direkt hinaus in den Hofgarten.




















