Aquädukt von Segovia
Du stehst vor dem Wahrzeichen der Stadt: 167 Bögen in einer vollständig erhaltenen Arkade, eine der am besten erhaltenen römischen Aquäduktbrücken überhaupt. Segovia führt das Aquädukt sogar im Stadtwappen. Seit 1985 gehört es zusammen mit der Altstadt zum UNESCO-Welterbe. Es ist frei und immer zugänglich, du kannst also so lange schauen, wie du willst.
Die Leitung holte Wasser aus dem Río Frío in den Bergen, 17 km von der Stadt entfernt, und lief 15 km, bevor sie Segovia erreichte. Hier verteilte sie es auf Brunnen, öffentliche Bäder und Privathäuser. Gebaut wurde nach den Regeln, die Vitruv in seinem Werk über die Architektur festgehalten hatte. Das Erstaunliche: Das Aquädukt war bis 1973 in Betrieb.
Wann genau es entstand, war lange ein Rätsel, denn eine lesbare Inschrift fehlt. Sie saß offenbar im obersten Teil des Bauwerks, aus Bronzebuchstaben, die längst verschwunden sind. Ende des 20. Jahrhunderts entzifferte der Historiker Géza Alföldy den Text, indem er die Löcher der Verankerungen studierte. Sein Ergebnis: Kaiser Domitian gab den Bau in Auftrag, fertig wurde er wohl um 98. Funde, die 2016 veröffentlicht wurden, deuten allerdings auf eine etwas spätere Zeit nach 112 hin, unter Trajan oder zu Beginn der Herrschaft Hadrians.
Auch die Anfänge der Stadt liegen im Dunkeln. Vor den Römern lebten hier die Arevaker; römische Soldaten, die die Gegend kontrollieren sollten, blieben und siedelten sich an. Von hier aus gehst du 410 m, etwa 6 Minuten, über die Plaza del Azoguejo direkt unter den Bögen hinein in die Altstadt zur Iglesia de San Martín.










