Arco de Santa María
Du stehst vor einem der einst zwölf Tore der mittelalterlichen Stadtmauer von Burgos. Das Tor verbindet die Puente de Santa María über den Arlanzón mit der Plaza del Rey San Fernando, auf der die Kathedrale steht. Was du heute siehst, ist eine Fassade aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts: Burgos widmete sie Kaiser Karl V., um sich nach dem Aufstand der Comunidades wieder bei ihm beliebt zu machen. Nimm dir einen Moment und schau dir die Front in Ruhe an, bevor du hindurchgehst.
Das Tor selbst ist viel älter. Ein schlichterer Vorgänger aus dem 11. Jahrhundert taucht im Cantar de mio Cid auf: Durch ihn ritt der Cid aus der Stadt und wieder hinein, wenn man ihn zu seinen Kriegszügen rief. Damals hieß es noch Puerta de la Puente de Yuso. Unter Alfonso XI. trug es im 14. Jahrhundert schon seinen heutigen Namen, und im Turm saß der Stadtrat, der hier auch Recht sprach.
Der Umbau war ein Lehrstück in städtischem Streit. Am 7. März 1531 beschloss der Rat die neue Fassade zur Erinnerung an den Empfang Karls V. im Jahr 1520. Den Entwurf lieferte der Bildhauer Felipe Bigarny, doch 1536 lehnte der Rat seine überarbeitete Fassung ab. Bigarny und Cristóbal de Andino, der nach dem Hochwasser von 1527 an der Santa-María-Brücke gebaut hatte, änderten ihn erneut. Gebaut hat dann Francisco de Colonia, der 1536 das alte Portal abriss und sich nicht an die Pläne hielt. Ein Ratsherr zeigte ihn an, unterstützt von Juan de Vallejo, wohl aus Rivalität.
Hinein kommst du kostenlos, wenn das Tor geöffnet ist; eine Viertelstunde reicht. Merk dir die Namen Colonia und Bigarny, sie begegnen dir gleich wieder. Nach San Nicolás sind es nur 100 m, eine Minute zu Fuß, hinter die Kathedrale.














