Torre de Mangana
Der Rundgang beginnt an einem Turm, der in seiner Geschichte so oft das Gesicht gewechselt hat wie kaum ein anderes Bauwerk der Stadt. Die Torre de Mangana steht seit 2001 als Kulturgut unter Denkmalschutz und ist frei zugänglich, rund um die Uhr. Nimm dir ein paar Minuten, um ihn von allen Seiten anzusehen; was du heute vor dir hast, ist das Ergebnis eines Umbaus von 1970.
Der erste Turm hatte einen quadratischen Grundriss. Wir kennen ihn dank des flämischen Malers Anton van den Wyngaerde, der ihn 1565 zeichnete. Kurios: Auf seiner Zeichnung fehlen Kreuz und eiserne Wetterfahne, die der Kunstschmied Esteban Limosín schon 1532 auf die mit Blech verkleidete Turmspitze gesetzt hatte. Bauarbeiten Ende des 16. Jahrhunderts und spätere Eingriffe änderten am Bild kaum etwas; eine Stadtansicht von Juan Llanes y Massa aus dem 18. Jahrhundert zeigt den Turm noch genau so wie zwei Jahrhunderte zuvor.
Dann kam das Unglück doppelt: Ende des 18. Jahrhunderts schlug ein Blitz ein, Anfang des 19. Jahrhunderts folgten die Schäden durch die französischen Truppen. Der Architekt Mateo López reparierte beides. 1862 war die Spitze trotzdem in miserablem Zustand, und 1926 machte Fernando Alcántara daraus etwas völlig Neues: einen neomudéjaren Turm mit kleiner Glockenstube unter einem Kuppeldach, Wänden voller farbiger Gipsornamente nach nordafrikanischem Vorbild und gestuften Zinnen, die an die Moschee von Córdoba erinnerten. Ein exotisches Gewand, das nicht zum Bau passte und nur gut vierzig Jahre hielt.
Von hier sind es 290 m und 4 Minuten zur Kathedrale. Merk dir den Namen Wyngaerde: Derselbe Maler hat dir an den hängenden Häusern noch einmal ein Bild hinterlassen.










