Mehlsack
Der weiße, runde Turm, vor dem du stehst, ist das Wahrzeichen, das man in Ravensburg schon von weitem sieht. 51 Meter hoch ragt er am St.-Christina-Hang über der Stadt auf, am südöstlichen Rand und am höchsten Punkt der Altstadt, mit Blick in Richtung Veitsburg. Ursprünglich hieß er ganz nüchtern Weißer Turm bei St. Michael. Den Spitznamen Mehlsack verdankt er seinem hellen Verputz und seiner runden Form: Mit etwas Fantasie sieht er tatsächlich aus wie ein prall gefüllter Sack Mehl.
Gebaut wurde er um 1425 als Wehrturm, und sein Zweck war sehr konkret. Auf der Veitsburg saßen bis ins 17. Jahrhundert die Landvögte, die politischen Gegner der freien Reichsstadt. Von der Plattform des Turms behielten die Bürger dieses Gelände im Blick. Der Mehlsack ist also weniger ein Schutz gegen ferne Heere als ein selbstbewusster Wachposten gegen die Nachbarn auf dem Berg.
Die Plattform ist nur an einzelnen Tagen zugänglich, kostet Eintritt und lässt sich nur mit Online-Ticket besuchen. Wenn du Glück mit dem Termin hast und gern von oben auf eine Stadt schaust, lohnt sich das. Für alle anderen reicht der Blick von unten auf den Turm völlig, um zu verstehen, worum es hier ging.
Vom Mehlsack sind es nur 110 m, etwa 2 Minuten, bis zum Museum Ravensburger, dem ersten großen Patrizierhaus der Runde.






















