Börsenpalast
Du startest vor einem Gebäude, das eher nach Palast als nach Handelssaal aussieht. Der Börsenpalast am Boulevard Anspach war Sitz der Brüsseler Börse und hat der Place de la Bourse ihren Namen gegeben. Der Architekt Léon-Pierre Suys mischte Anleihen aus der Neorenaissance mit dem Prunk des Second Empire; gebaut wurde zwischen 1868 und 1873, in einer Zeit, in der Wirtschaft und Industrie des jungen Landes kräftig wuchsen.
Die Börse selbst ist älter als das Haus: Napoleon gründete sie 1801 per Dekret, danach zog sie mehrfach um. Ab 1858 beschwerten sich die Geschäftsleute bei der Stadt über enge, ungesunde Räume und verlangten einen Neubau.
Die Gelegenheit kam mit einem gewaltigen Umbau der Innenstadt. Zwischen 1867 und 1871 wurde die Senne aus hygienischen und ästhetischen Gründen überwölbt. Suys schlug vor, an Stelle des Flusses große Boulevards anzulegen und in ihre Mitte eine Börse als Herz des wachsenden Geschäftsviertels zu setzen. Mehrere Petitionen stützten den Plan, und der Gemeinderat zog mit.
Auch der Boden darunter erzählt: Hier stand zuvor der Buttermarkt, und der wiederum war über einem Franziskanerkloster errichtet, dessen Reste man ausgegraben hat. Seit 2023 zieht in den oberen Etagen das Museum Belgian Beer World ein. Für Bierfreunde lohnt ein Blick hinein, den Eintritt erfährst du an der Kasse; für den Rundgang genügt die Fassade von außen.
Von hier sind es 400 m und 5 Minuten bis zur Grand-Place.






















