Place d'Armes
Die gepflasterte Place d'Armes ist der Ausgangspunkt der Runde und zugleich ein Platz, der seinen Namen mehrfach gewechselt hat. Lange hieß er Grand Place; eine Karte von 1693 nennt ihn dennoch schon Place d'Armes, den Platz, auf dem sich in einer Festungsstadt die Truppe sammelt und militärische Zeremonien stattfinden.
Schau dich in Ruhe um und stell dir den Ort ohne freie Fläche vor. Im 10. Jahrhundert schützte die zweite Stadtmauer hier das Viertel am Sambre-Ufer rund um die Sambrebrücke. Wo heute die Rue de l'Ange, die Rue de Marchovelette und die Rue du Bailly zusammenlaufen, stand eine kleine Kapelle des heiligen Remigius mit einem Plätzchen davor. Das Viertel Saint-Rémy wuchs danach dicht bebaut innerhalb der dritten Stadtmauer.
Hier saß auch das Cabaret des échevins, die Schöffenstube, Symbol der Rechte, die sich die Bürger erkämpft hatten: erst am Platz, dann in einem Anbau an der Kapelle, schließlich in Häusern daneben, als die Kapelle 1514 abgerissen wurde. Später kaufte die Stadt das Refugium der Abtei Brogne als Sitz der Stadtverwaltung, ließ die Häuserblöcke bis zur Sambrebrücke abreißen, die Mauer schleifen und die Gräben zuschütten. So entstand der offene Platz. Seine Südseite war damals stark nach innen gewölbt, ganz anders als heute, und das Viertel überstand die Belagerungen von 1692 und 1695.
Von hier aus geht es gleich zur Sache: 1020 m und 17 Minuten hinauf zur Zitadelle, deren Geschichte mit genau diesen Belagerungen verknüpft ist.




















