Basilika St. Martin
Die Basilika St. Martin steht auf dem Hügel Publémont, und eigentlich sollte hier die Kathedrale von Lüttich entstehen. Am 2. Juni 965 legte Bischof Ebrachar den Grundstein, gedacht für Maria und den heiligen Lambert. Sein Nachfolger Notger entschied anders: Er weihte die Kirche dem heiligen Martin von Tours und machte sie zum Sitz eines Kollegiatstifts. Notger wird dir auf diesem Rundgang noch oft begegnen.
Weltweit bekannt ist St. Martin für ein Fest. Juliana von Lüttich war nach Visionen überzeugt, der Kirche fehle ein eigenes Fest zur Verehrung der Eucharistie. 1247 feierte Bischof Robert de Turotte hier zum ersten Mal Fronleichnam, und 1264 führte Papst Urban IV., früher Archidiakon in Lüttich, das Fest für die ganze Kirche ein. Deshalb erhob Leo XIII. die Kirche 1886 zur Basilica minor.
Die Geschichte hat auch eine dunkle Seite. In der Nacht vom 3. auf den 4. August 1312 setzte das Volk, unterstützt vom Domkapitel, die Stiftskirche in Brand, in die sich Dutzende Adlige geflüchtet hatten. Die Lütticher sprechen von der St.-Martins-Katastrophe. Was du heute siehst, entstand unter Fürstbischof Erhard von der Mark zwischen 1506 und 1542: eine spätgotische, dreischiffige Kreuzbasilika.
Geh hinein, wenn sie offen ist. Der Chor nimmt ein Drittel der ganzen Länge ein, typisch für eine Stiftskirche, in der die Kanoniker ihren Platz brauchten. Schau nach oben ins Sterngewölbe von Arnold van Mulken; denselben Baumeister triffst du später am Palast der Fürstbischöfe wieder. Der Eintritt ist frei, die Basilika ist allerdings nur zu wenigen Zeiten geöffnet.
Von hier gehst du 1160 m, rund 15 Minuten, hinunter in die Stadt; unterwegs passierst du die Opéra Royal de Wallonie, bevor du die St.-Pauls-Kathedrale erreichst.






















