El Ateneo Grand Splendid
Von außen wirkt das Haus an der Avenida Santa Fe in Barrio Norte wie ein Theater, und genau das war es. Im Mai 1919 eröffnete hier das Teatro Gran Splendid, gebaut von den Architekten Peró und Torres Armengol für den Unternehmer Max Glücksmann. Wo früher 1.050 Zuschauer saßen, stehen heute Bücherregale, und der Eintritt in die Buchhandlung ist frei.
Schau nach oben: Die Deckenfresken malte der Italiener Nazareno Orlandi, die Karyatiden schuf Troiano Troiani. Die alten Logen sind erhalten und dienen jetzt als Leseplätze, der karminrote Bühnenvorhang hängt noch, und wo einst die Bühne war, sitzt heute ein Café. National Geographic nannte das Haus 2019 die schönste Buchhandlung der Welt, der Guardian hatte es schon 2008 auf Platz zwei gesetzt. Mehr als eine Million Menschen kommen jedes Jahr hierher.
Dahinter steckt eine Tango-Geschichte. Auf dieser Bühne standen Carlos Gardel, Francisco Canaro, Roberto Firpo und Ignacio Corsini. Glücksmann gründete 1924 Radio Splendid, das aus dem Gebäude sendete, und seine Plattenfirma Nacional Odeón nahm hier frühe Aufnahmen der großen Tangosänger auf. Ende der 1920er Jahre wurde der Saal zum Kino, 1929 liefen hier die ersten Tonfilme Argentiniens. Im Jahr 2000 übernahm Grupo Ilhsa das Haus, und der Architekt Fernando Manzone baute es zur Buchhandlung um.
Für den Saal reichen 20 Minuten. Die „Experiencia Grand Splendid“ im 3. Obergeschoss kostet extra und läuft über Passline; sie lohnt sich, wenn dich das Haus richtig packt. Zur Floralis Genérica gehst du von hier 1780 m, rund 24 Minuten.
























