Casino de Mar del Plata
Du stehst vor einem der größten Casinos Argentiniens, und es sieht eher nach französischem Schloss aus als nach Spielhalle. Alejandro Bustillo entwarf es als einen von zwei Zwillingsbauten, Vorbild war das Hôtel du Palais am Meer in Biarritz. Achte auf die Materialien: Ziegel und Quarzit, darüber ein Mansarddach aus Schiefer. Der Stil ist eklektisch, mit deutlichen Anklängen an den französischen Neoklassizismus. Zwischen dem Casino und seinem Zwilling, dem Hotel Provincial, liegt die Plaza Guillermo Brown, die sich zum Meer öffnet, bewacht von zwei Seelöwen, die der Bildhauer José Fioravanti gemeißelt hat.
Den ersten Spatenstich setzte am 15. Juli 1938 Manuel Fresco, damals Gouverneur der Provinz Buenos Aires; eröffnet wurde am 22. Dezember 1939. Für die Ausstattung holte man Jean-Michel Frank, den gefeierten französischen Designer, der gerade in Argentinien am Hotel Llao Llao arbeitete, zusammen mit dem einheimischen Einrichtungshaus Casa Comte. Auch die Uferpromenade ringsum, die Rambla Casino, und den zentralen Platz plante Bustillo; gebaut wurde beides zwischen 1938 und 1941. Bis 1990, als in Atlantic City das Trump Taj Mahal öffnete, war das Casino nach Fläche das größte der Welt.
Hinein darfst du ab 18 Jahren mit gültigem Ausweis, der Eintritt ist frei. Der Haupteingang mit Vordach lag früher an der Avenida Patricio Peralta Ramos; seit der Renovierung durch die Provinz im Dezember 2007 betrittst du das Haus von der Uferpromenade aus. Der große Saal blickt auf den Atlantik, dazu kommen Räume mit 140 Tischen für Blackjack, Baccarat, Craps und Roulette und ein Saal mit 630 Automaten. Im Sommer kommen rund 12.000 Spieler pro Abend, an Januar-Wochenenden bis zu 18.000 am Tag. Ein kurzer Blick hinein lohnt sich auch ohne Einsatz, schon wegen der Räume.
Von hier sind es 1000 m, etwa 14 Minuten, bis zur Kathedrale: vom Glücksspiel der Badegäste zu der Kirche, die eben diese Badegäste bezahlt haben.














