Porta Torre
Du beginnst an einem 40 Meter hohen Wehrturm, der seit 1192 das Haupttor der Stadt bildet. Von außen wirkt die Porta Torre massiv und abweisend, mit zwei Torbögen in der Feldseite. Geh durch und dreh dich um: Zur Stadt hin öffnet sich der Turm in vier Reihen gekoppelter Bögen, und statt zwei Durchgängen gibt es nur einen, breiteren.
Die Geschichte dahinter ist eine Geschichte gegen Mailand. 1127 verlor Como den Krieg gegen die Nachbarstadt, und die Sieger rissen die alten römischen Mauern nieder. Como verbündete sich darauf mit Kaiser Friedrich I. Barbarossa, der 1154 erstmals nach Italien kam und erlaubte, die Mauern neu zu bauen. 1192 verstärkte die Stadt die Südseite mit drei großen Türmen, und der eindrucksvollste kam genau dorthin, wo die Straße nach Mailand begann: als Zeichen der Unabhängigkeit.
Die offene Innenseite hatte vermutlich einen militärischen Sinn. Hätten Feinde den Turm erobert, wären sie von der Stadt aus angreifbar gewesen. Die vier Bogenreihen entsprachen vier Holzgeschossen, die längst verschwunden sind, ebenso das Vorwerk mit Geschützen aus dem 14. Jahrhundert und die Bastion des 16. Jahrhunderts. Was blieb, gilt als einer der besser erhaltenen romanischen Wehrbauten Italiens, frei zugänglich zu jeder Stunde.
Von hier gehst du 740 Meter, rund 11 Minuten, zur Basilica di Sant'Abbondio, die noch älter ist als dieses Tor.


















