Mailänder Dom
Du stehst vor der Kirche, an der Mailand fast sechs Jahrhunderte gebaut hat: Begonnen wurde 1386, die letzten Details waren erst 1965 fertig. Der Mailänder Dom ist die größte Kirche der Italienischen Republik; nur der Petersdom ist größer, und der steht im Vatikanstaat. Achte auf den Stadtplan: Die Straßen laufen sternförmig auf den Dom zu oder umkreisen ihn. Das verrät, dass hier schon im römischen Mediolanum das Zentrum lag, mit der öffentlichen Basilika am Forum.
Die Geschichte reicht weit vor die Gotik zurück. Um 355 stand hier die erste Kathedrale, die „neue Basilika“ der heiligen Thekla, 836 kam eine zweite Basilika dazu. Noch älter ist das achteckige Baptisterium von 335, das du unter dem Dom besichtigen kannst. Nach einem Brand 1075 wurden beide Kirchen als Dom neu aufgebaut.
Der heutige Bau ist auch ein politisches Statement. Erzbischof Antonio da Saluzzo begann ihn, als sein Cousin Gian Galeazzo Visconti in Mailand an die Macht kam. Der Dom sollte die Bürger nach der harten Herrschaft von Barnabò Visconti versöhnen und dem neuen Herrn zeigen, dass Mailand das Zentrum ist, obwohl er seinen Hof lieber in Pavia hielt.
Hinein lohnt sich für jeden, der zum ersten Mal hier ist; es gibt auch ermäßigte Tickets. Plane rund eine Stunde ein. Danach sind es nur 230 Meter, drei Minuten, hinüber zur Glaspassage.




















