Parkkolonnaden
Der Rundgang beginnt mit dem leichtesten Bau des Kurviertels. Die Parkkolonnaden sind ein zweiarmiger Wandelgang aus Gusseisen, rund 50 m lang, im Stil der Neorenaissance. Schlanke korinthische Säulen tragen das Dach, an den Ecken sitzen sechseckige Pavillons. Schau dir die Säulen genau an: Jedes Teil wurde in der Marienhütte, dem Eisenwerk des Fürsten Salm in Blansko, gegossen und hier zusammengesetzt. Entworfen haben das Ganze die Wiener Architekten Ferdinand Fellner und Hermann Helmer, 1881 war es fertig.
Ursprünglich war die Kolonnade nur der Zugang zum benachbarten Blansko-Pavillon, zu dem eine Sommerrestauration gehörte. Den Pavillon gibt es nicht mehr: 1966 wurde er abgerissen, um Platz für die angrenzenden Dvořák-Gärten zu schaffen. Die Kolonnade selbst blieb über hundert Jahre fast unberührt, sie bekam lediglich zwölf neue Anstriche. Erst 2004 wurden gebrochene und fehlende Gussteile ersetzt, der steinerne Unterbau repariert, das Dach mit neuem Schiefer gedeckt und eine neue Beleuchtung eingebaut.
Getrunken wird hier die Gartenquelle, auch wenn sie gar nicht unter der Kolonnade entspringt, sondern im benachbarten Militärkurhaus. Spannender ist der westliche Pavillon: Dort sprudelt die Schlangenquelle, die der Kurhydrogeologe Vylita Ende der 1980er Jahre entdeckt hat. Seit dem 10. Juli 2004 ist sie öffentlich zugänglich. Mit 30 °C gehört sie zu den kühleren Quellen der Stadt und gilt als die wohlschmeckendste. Ein guter erster Schluck, bevor es an die heißen Quellen geht.
Von hier sind es 400 m und sechs Minuten bis zur Mühlbrunnenkolonnade, dem Bau, der Karlsbad wie kein anderer auf Postkarten vertritt.
















