Yasaka-Schrein
Der Rundgang beginnt am Ostende der Shijō-dōri. Der Yasaka-Schrein ist kein einzelnes Gebäude, sondern ein Ensemble aus Toren, einer Haupthalle und einer Bühne. Das Gelände ist rund um die Uhr offen und kostet nichts, du kannst dir also Zeit lassen und zwischen den Bauten herumgehen.
Verehrt wird hier Susanoo als Hauptgottheit. Östlich von ihm hat seine Gefährtin Kushinadahime ihren Platz, westlich acht Kindergottheiten, die zusammen yahashira no mikogami heißen. Ein Shinto-Schrein ist eher ein Haushalt von Göttern als ein Haus für einen einzigen.
Gebaut wurde ab dem Jahr 656, in der frühen Heian-Zeit kam die Gunst des Kaiserhofs dazu. 994 nahm Kaiser Ichijō den Schrein in den Kreis jener Heiligtümer auf, zu denen der Hof Boten schickte, um den Schutzgottheiten wichtige Ereignisse zu melden. Lange trug er den Namen des Viertels, Gion, und verehrt wurde Gozu Tennō. Erst als der Staat in der Meiji-Restauration Buddhismus und Shinto trennte, wurde daraus der Yasaka-Schrein mit Susanoo im Mittelpunkt; zwischen 1871 und 1946 gehörte er zum ersten Rang der staatlich geförderten Schreine.
Wie eng der Ort mit dem Schicksal der Stadt verbunden ist, zeigt eine Geschichte aus dem Jahr 869: Eine schwere Seuche wütete, und der Kaiser ließ ein Ritual abhalten, um rachsüchtige Geister zu besänftigen. Für jede der damals 66 Provinzen wurde eine Lanze, ein hoko, aufgestellt, beim goryo-e am Teich Shinsenen, der damals zum Kaiserpalast gehörte.
Von hier sind es 380 Meter, etwa fünf Minuten, hinein nach Gion, in das Viertel, das vor den Toren dieses Schreins entstanden ist.












