Sensō-ji
Du beginnst in Asakusa, am ältesten gegründeten Tempel Tokios. Der Sensō-ji, offiziell Kinryū-zan Sensō-ji und im Volksmund Asakusa Kannon genannt, ist Kannon geweiht, der Bodhisattva des Mitgefühls. Drei Dinge prägen das Gelände: die großen Tore, die fünfstöckige Pagode und die Haupthalle. Mit mehr als 30 Millionen Besuchern im Jahr gilt er als meistbesuchte religiöse Stätte der Welt, ganz allein wirst du hier also kaum stehen. Der Eintritt ist frei.
Die Gründungsgeschichte ist eine Legende vom Fluss: Im Jahr 628 sollen die Brüder Hinokuma Hamanari und Takenari beim Fischen im Sumida eine Kannon-Statue in ihrem Netz gefunden haben. Der Dorfvorsteher Haji no Nakatomo wurde daraufhin Mönch und machte aus seinem Wohnhaus einen Tempel.
Die Statue selbst hat seitdem niemand öffentlich gesehen. Ein Mönch namens Katsumi erklärte sie 645 nach einer Offenbarung im Traum zum geheimen Bildnis. Sie soll aus Gold sein und nur etwa 5,5 Zentimeter messen, doch genau weiß das niemand. Gebetet wird vor einer Ersatzfigur, die der Mönch Ennin geschnitzt haben soll. Im Jahr 942 ließ Taira no Kinmasa die Anlage erneuern, damals entstanden auch Kaminari-mon und Niō-mon.
Was du heute siehst, ist zum großen Teil Wiederaufbau: Beim Brandbombenangriff vom 10. März 1945 wurde der Tempel zerstört, die Haupthalle entstand in den 1950er-Jahren neu. Früher gehörte der Sensō-ji zur Tendai-Schule, seit 1950 ist er eigenständig. Gleich östlich nebenan steht mit dem Asakusa-Schrein ein Shinto-Heiligtum, und für Pilger ist der Tempel die 13. Station der Bandō-Pilgerroute.
Vom Tempel sind es nur 150 Meter, zwei Minuten, zurück in die Nakamise-Straße, die zum Tempel hinführt und die du dir jetzt in Ruhe ansiehst.






















