Tower of London
Der Tower of London ist keine einzelne Festung, sondern ein ganzer Komplex: mehrere Gebäude hinter zwei ringförmigen Verteidigungsmauern und einem Graben. In der Mitte steht der White Tower, der der Anlage ihren Namen gab. Wilhelm der Eroberer ließ ihn 1078 errichten; die Burg selbst wurde schon Ende 1066 im Zuge der normannischen Eroberung gegründet. Für die Londoner war der helle Turm anfangs ein verhasstes Zeichen der Unterdrückung.
Über die Jahrhunderte war der Tower fast alles: königlicher Palast, Waffenkammer, Schatzkammer, Menagerie, Sitz der königlichen Münze, Archiv und Heimat der Kronjuwelen. Unter Richard I., Heinrich III. und Eduard I. wuchs die Anlage im 12. und 13. Jahrhundert kräftig. Wer den Tower hielt, hielt das Land, entsprechend oft wurde er belagert. Bis zu Karl II. verbrachten die Monarchen vor ihrer Krönung einige Nächte hier und zogen dann in einer Prozession zur Westminsterabtei, die du am Ende dieses Rundgangs erreichst.
Berühmt ist der Tower aber als Gefängnis, obwohl das nie seine Hauptaufgabe war. Ab 1100 saßen hier Gefangene, die letzten 1952. Ende des 15. Jahrhunderts verschwanden die beiden „Prinzen im Tower“ spurlos, vermutlich ermordet. Im 16. und 17. Jahrhundert landeten hier in Ungnade Gefallene wie die spätere Königin Elisabeth I., Sir Walter Raleigh und Elizabeth Throckmorton. Daher stammt die englische Redewendung „sent to the Tower“.
Hinein lohnt es sich, wenn du Burggeschichte magst und dir gut zwei Stunden nimmst; der Besuch kostet Eintritt. Reicht dir der Anblick der Mauern, gehst du außen entlang weiter: Bis zur Tower Bridge sind es 580 m, rund 8 Minuten.
























