Place Rihour
Du stehst mitten im Zentrum, direkt neben der Place du Général-de-Gaulle, und unter deinen Füßen fährt die Metro. Heute ist die Place Rihour ein offener Stadtplatz, an dem die Rue Jean-Roisin, die Rue de la Vieille Comédie und die Rue du Palais-Rihour zusammenlaufen. Schau dir trotzdem kurz an, wie groß er ist, denn diese Weite ist jung.
Im Mittelalter war hier nasser Boden: Wiesen, Erlen und Weiden, ein Sumpf, den die Stadtrechnungen von 1398 schlicht als „riez“ führen. Umschlossen war das Gelände von Kanälen und alten Stadtgräben, und vom Marktplatz trennte es der Canal des Poissonceaux. Der Name taucht 1248 auf, als ein gewisser Bérard Rihout ein Stück Land an das Hospice Comtesse abtritt. Ob der Mann dem Ort den Namen gab oder umgekehrt, weiß niemand.
Als die Stadtregierung 1664 in den Palais Rihour zog, wurde der Platz auch zur Bühne der Justiz: Am 12. Juli 1664 hängte man hier Charles de Renaucourt, verurteilt wegen Pferdediebstahls und weiterer Verbrechen, an einem Galgen auf.
Seine heutige Größe verdankt der Platz einem Brand. Bis 1916 stand hier das alte Rathaus, und der Platz war nur über zwei schmale Durchgänge mit der Rue du Palais-Rihour verbunden. Das Feuer zerstörte das Gebäude, die Fläche wurde frei, und Lille brauchte ein neues Rathaus, das du gleich mit seinem Turm siehst.
Von hier sind es 370 Meter, gut fünf Minuten, zur Église Saint-Maurice.


















