Notre-Dame de Fourvière
Oben auf dem Fourvière-Hügel thront Notre-Dame de Fourvière seit dem späten 19. Jahrhundert über der Stadt. Die Basilika steht ungefähr dort, wo einst das Forum des Kaisers Trajan lag. Ihr Stil ist neobyzantinisch, und das hat ihr von Anfang an glühende Bewunderer und ebenso heftige Kritiker eingebracht. Schau dir die Fassade genau an und entscheide selbst, auf welcher Seite du stehst.
Der Ort ist viel älter als der Bau. Im Mittelalter verehrte man hier den heiligen Thomas von Canterbury, bald auch die Jungfrau Maria; ab 1630 entstand eine Kapelle. 1642 legten die Schöffen der Stadt ein Gelübde ab, um die Pest fernzuhalten, und daraus wurde eine jährliche Wallfahrt. Im 19. Jahrhundert ließ Kardinal de Bonald eine vergoldete Marienstatue auf den Glockenturm der Kapelle setzen, den man eigens dafür erhöhte und verstärkte.
Die Basilika selbst ist ein Dank: dafür, dass Lyon im Deutsch-Französischen Krieg von 1870 verschont blieb. Baubeginn war 1872. Architekt Pierre Bossan musste die Baustelle aus gesundheitlichen Gründen aus der Ferne leiten und überließ die Ausführung weitgehend Louis Sainte-Marie Perrin. Kurios: Die Kirche gehört bis heute einer Stiftung, nicht dem Erzbistum, und blieb deshalb vom Trennungsgesetz von 1905 unberührt. Seit 1998 zählt sie zum UNESCO-Welterbe.
Der Eintritt ist frei, und eine halbe Stunde drinnen lohnt sich für jeden. Wer mehr Zeit hat, schaut auch in die Krypta und die Kapelle der Jungfrau. Danach geht es 640 m, gut neun Minuten, bergab zum römischen Theater.




















