Église Saint-Jean-Baptiste de Megève
Die Église Saint-Jean-Baptiste de Megève ist der Ausgangspunkt der Runde und zugleich ihr ältester Ort. Um 1085 kamen Benediktinermönche aus der Abtei Saint-Michel-de-la-Cluse hierher und gründeten ein Priorat, das sie Johannes dem Täufer weihten. Von einem Bau aus dem Jahr 1202 sind noch einzelne Spuren erhalten. Im 14. Jahrhundert wurde die Kirche vergrößert, das Schiff entstand zwischen 1687 und 1692 neu.
Feuer zieht sich durch die Geschichte des Hauses. Vielleicht brannte es schon 1728, ganz sicher am 9. November 1754, als auch der Glockenturm zerstört wurde. Wiederaufgebaut wurde er 1809, betreut von Muffat de Saint-Amour, einem Mann aus Megève. Spätere Brände im Dorf ließen die Kirche verschont. Die Fassade, vor der du stehst, stammt von 1879.
Drinnen begegnen dir zwei Epochen. Die Ausmalung geht auf den italienischen Maler Mucengo zurück und entstand nach 1827; weil Feuchtigkeit ihr zusetzte, frischte J.B. Ferraris sie 1859 auf. Ganz anders wirkt der Kreuzweg von Georges Gimel aus dem Jahr 1956: Emailtafeln, gefärbt mit kostbaren Metalloxiden. Ein Jahr später leitete der Architekt Henry Jacques Le Même zusammen mit dem Savoyer Maurice Novarina eine vollständige Restaurierung, seit 1988 steht der Bau unter Denkmalschutz.
Hör auch auf den Turm: Elf Glocken bilden dort ein Glockenspiel. Die größte wiegt rund 3000 kg, wurde 1886 von den Brüdern Georges und Francisque Paccard gegossen, klingt auf B und zählt zu den größten Glocken des Départements. Die älteste Läuteglocke stammt von 1783, gegossen von den Brüdern Lièvremont aus Pontarlier; sie wiegt 650 kg und ist selbst als Denkmal geschützt.
Der Eintritt ist frei. Wer Kunst mag, nimmt sich 20 Minuten für Kreuzweg und Ausmalung, allen anderen reicht ein kurzer Blick hinein. Zum Musée de Megève sind es nur 240 m, etwa 3 Minuten, unterwegs passierst du die Promenade en calèche.










