Hospices de Beaune
Schon von außen erkennst du, warum die Hospices de Beaune, auch Hôtel-Dieu genannt, das meistbesuchte Monument der Region Bourgogne-Franche-Comté sind: spätgotische Formen im Flamboyant-Stil und darüber das Dach aus glasierten burgundischen Ziegeln, das zum Bild der ganzen Region geworden ist. Nimm dir einen Moment, bevor du hineingehst, und schau, wie die Ziegel das Licht zurückwerfen.
Gegründet wurde das Spital im 15. Jahrhundert von Nicolas Rolin, dem Kanzler der Herzöge von Burgund, und seiner Frau Guigone de Salins. Gebaut wurde es für Kranke und Arme, mit einer Pracht, die man sonst nur aus Palästen kennt. Finanziert hat sich das Haus über einen eigenen Weinbesitz: Die Weine wurden traditionell versteigert, und der Erlös hielt den Betrieb am Laufen. Diese Versteigerung, die Vente des Hospices de Beaune, ist bis heute ein Begriff.
Bis in die 1960er Jahre war das Spital in Betrieb. Seit 1862 steht es unter Denkmalschutz, und als Teil der Climats, der Weinbaulagen Burgunds, gehört es zum UNESCO-Welterbe. Heute ist es ein Museum zur Geschichte der Medizin.
Der Eintritt lohnt sich für fast jeden, der nur ein einziges Haus in Beaune von innen sehen will. Das Glanzstück ist das vielteilige Altarbild des Jüngsten Gerichts von Rogier van der Weyden; plane dafür bewusst Zeit ein, statt daran vorbeizugehen.
Wenn du wieder draußen bist, sind es nur 30 m, 1 min, bis zum Marché aux Vins. Dort landet im Glas, wovon das Spital einst lebte.














