Église Saint-Michel de Chamonix-Mont-Blanc
Schon von Weitem erkennst du die Église Saint-Michel de Chamonix-Mont-Blanc an ihrem Zwiebelturm, typisch für den savoyischen, alpinen Barock. Vor der Fassade steht ein Vorbau mit vier Säulen und dreieckigem Giebel, 1840 im Stil des Directoire angefügt. Geweiht ist die Kirche dem Erzengel Michael, seit 1979 steht sie unter Denkmalschutz. Der Eintritt ist frei.
Ihre Geschichte beginnt mit Mönchen aus dem Piemont. Noch vor 1099 schenkte Graf Aymon I. von Genf das Tal von Chamonix der Abtei Saint-Michel-de-la-Cluse im Susatal. Die Mönche ließen sich am rechten Ufer der Arve nieder und gründeten das Priorat; eine erste Kirche ist für 1119 belegt, wahrscheinlich gab es schon eine ältere. 1519 band Prior Guillaume de La Ravoire Chamonix an die Stiftskirche Saint-Jacques in Sallanches, und 1522 vernichtete ein Brand den Ort samt Kirche und Priorat.
Der heutige Bau stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert. Baumeister Jean La Vougna aus dem Valsesia übernahm ihn ab 1702, piemontesische Maurer wie Pierre Rouge und Antonio Janetta zogen ihn zwischen 1707 und 1709 zügig hoch. Das Kapitel von Sallanches bezahlte den Chor, die Gemeinde den Rest. Am 8. September 1714 weihte der Bischof von Annecy, Michel-Gabriel Rossillon de Bernex, die Kirche und nannte sie eine der schönsten seiner Diözese. Nur 44 Jahre später brannte sie erneut: 1758 gingen Dach, Turm und Ausstattung in Flammen auf.
Geh hinein, es kostet nichts und dauert nur ein paar Minuten. An den Wänden findest du die zwölf Weihekreuze, die an die zwölf Salbungen des Bischofs bei der Weihe erinnern. Der Hauptaltar entstand ab 1837 und trägt die Statue des heiligen Michael, die schon auf dem Vorgängeraltar stand. Die Malereien wurden nach dem Brand ab 1760 drei Jahrzehnte lang erneuert, 1830 folgten frisch geweißte Wände und Gewölbe, ein neuer Taufstein und neue Altaraufsätze.
Zum Espace Tairraz sind es nur 120 Meter, zwei Minuten zu Fuß.










