Aljafería
Dein Rundgang beginnt mit einem Palast, den es so in Spanien kein zweites Mal gibt. Die Aljafería ließ al-Muqtadir in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts als befestigte Residenz der Hudiden-Könige von Saraqusta errichten, wie Saragossa damals hieß. Damals nannte man sie Qasr al-Surur, den Palast der Freude: ein Lustschloss, in dem sich der Glanz des Taifa-Königreichs auf dem Höhepunkt seiner politischen und kulturellen Blüte zeigen sollte.
Der Name selbst ist eine kleine Sprachgeschichte. Er geht auf einen Beinamen des Bauherrn zurück, Abu Jafar. Aus Jafar wurde al-Jafariyya, dann Aljafaria, Jaferia und schließlich Aljafería. Wenn du also den Namen aussprichst, sprichst du eigentlich den König an, der den Palast bauen ließ.
Warum der Besuch so viel Gewicht hat: Die Aljafería ist das einzige erhaltene große Bauwerk der hispano-islamischen Kunst aus der Zeit der Taifas, jener Phase unabhängiger Kleinkönigreiche vor der Ankunft der Almoraviden. Zusammen mit der Moschee von Córdoba aus dem 10. Jahrhundert und der Alhambra in Granada aus dem 14. Jahrhundert bildet sie das Dreigestirn der islamischen Architektur in al-Andalus. Ihre Vorbilder reichen bis zu den Wüstenpalästen der Umayyaden in Syrien zurück.
Der Innenbesuch kostet Eintritt und lohnt sich für alle, die sich auch nur ein bisschen für Architektur oder für das islamische Spanien interessieren. Nimm dir eine gute Stunde Zeit, hier liegt das Herzstück des Tages.
Danach folgt die längste Etappe: 1360 m, rund 19 Minuten bis zum Mercado Central de Zaragoza. Unterwegs kommst du an der Kirche San Pablo vorbei.
















