Plaza Bolívar de Mérida
Hier hat Mérida seit Jahrhunderten seine Mitte. Der Platz zwischen den Avenidas 3 und 4 und den Calles 22 und 23 hieß früher Plaza Mayor. Ab 1559 war er ein offener, unbepflanzter Platz: Man traf sich hier, handelte mit Lebensmitteln, hielt politische und religiöse Feiern ab und veranstaltete gelegentlich sogar Stierkämpfe. Wenn du heute zwischen Palmen und Beeten stehst, ahnst du davon nichts mehr.
Die Geschichte des Platzes steckt in kleinen Episoden. 1840 ließ der Teniente de Justicia Mayor Antonio Ignacio Picón einen Brunnen aufstellen, der die Bewohner mit Wasser versorgte. 1859 war damit Schluss: Man grub die Leitung aus, um daraus Kugeln für den Föderationskrieg zu machen.
Im selben Jahr, am 20. August 1859, wurde die Umwandlung zur Plaza Bolívar angeordnet. Der Ingenieur Pedro Dávalos y Lissón plante sie, und sein Originalentwurf kam zusammen mit Dokumenten zur Unabhängigkeitserklärung von 1810 in eine Truhe. Eingeweiht wurde der Platz zu Ehren Simón Bolívars am 12. Januar 1896. 1902 und 1903 bekam er sein Gartengesicht, 1930 wurden die Chaguaramo-Palmen gepflanzt. Das Reiterstandbild Bolívars stammt aus der Zeit der Diktatur von Juan Vicente Gómez, ob von 1926 oder 1930, ist nicht eindeutig. Damit gilt die Anlage als der älteste Platz Venezuelas mit einer Bolívar-Statue.
Nimm dir Zeit für die Ränder. Ringsum stehen der Erzbischöfliche Palast, der Regierungspalast des Bundesstaats Mérida, das Museo Arquidiocesano, die Casa de la Cultura Juan Félix Sánchez, das Rektorat der Universidad de Los Andes und das Museo Arqueológico, dazu die Kathedrale, mit der dein Rundgang endet. Der Platz ist rund um die Uhr offen und kostet nichts.
Dann folgt die erste lange Etappe: 3570 m und 61 Minuten zu Fuß bis an den Nordrand der Stadt zum Botanischen Garten.










