Teatro Campoamor
Du startest vor dem Opernhaus der Stadt. Im Teatro Campoamor verleiht Oviedo die Prinzessin-von-Asturien-Preise, und hier spielt eine Opernsaison mit langer Tradition: Die erste Spielzeit gab es 1948, und in ganz Spanien ist nur eine einzige Opernsaison älter. Schau dir die Hauptfassade genau an, denn sie hat am meisten erlebt: Sie ist das einzige Stück des ursprünglichen Baus, das stehen geblieben ist.
Entstanden ist das Theater, weil in Oviedo ein wohlhabendes Bürgertum heranwuchs, das Oper und Schauspiel sehen wollte. Bis dahin spielte man im Teatro del Fontán, dessen Gebäude heute die Biblioteca de Asturias Ramón Pérez de Ayala beherbergt. Für den Neubau nahm man das Gelände des Klosters Santa Clara hinter der damals noch jungen Calle Uría. 1876 legte die Stadt unter Bürgermeister José Longoria Carbajal das Projekt vor, 1883 war der Bau fertig. Eröffnet wurde am 17. September 1892 mit Meyerbeers „Die Hugenotten“, danach folgte „Lucia di Lammermoor“, die auch die erste Opernsaison 1948 und das 120. Jubiläum begleitete.
Den Namen schlug der Schriftsteller Leopoldo Alas vor, bekannt als „Clarín“ und damals Stadtrat. Geehrt wurde der angesehene Asturier Ramón de Campoamor. Er kam selbst nicht zur Eröffnung, schickte seinen Bruder und dazu tausend Peseten für die Armen der Stadt. Das Rathaus verteilte das Geld auf die vier Pfarreien, 250 Peseten für jede.
1916 wurde das Innere umgebaut und der Saal vergrößert. In der Revolution von 1934 kam dann das Ende des alten Hauses: Militärs setzten es auf Befehl von Camilo Alonso Vega in Brand, damit die Revolutionäre es nicht gegen die Kaserne Santa Clara nutzen konnten. Übrig blieb nur die Hauptfassade, die du vor dir hast.
Von außen kostet dich das Teatro Campoamor nichts; ob du an deinem Tag ins Innere kommst, erfährst du an der Theaterkasse. Zur Calle Gascona sind es 370 m, etwa 5 Minuten zu Fuß.










