Kirche des Heiligen Herzens Jesu
Du stehst vor dem Bau, der als das bezeichnendste Gotteshaus der Architektur im Süden Chiles gilt. Schau auf die Hülle: Die Wände sind mit Eisenblechplatten verkleidet, das Dach mit Schindeln aus Alerce gedeckt. Darunter steckt ein Tragwerk aus Ulmo und Roble, innen sind die Wände mit Mañío und Laurel verkleidet. Die Pläne gehen auf Kirchen in Baden-Württemberg zurück, und genau das sieht man: ein Stück Süddeutschland, gebaut mit Hölzern aus Chile.
Die Geschichte beginnt mit den deutschen Kolonisten am Lago Llanquihue, die mit dem Gemeindeleben auch eine katholische Kirche brauchten. Zwei Vorgänger hatten kein Glück: Eine Kirche Ende des 19. Jahrhunderts auf dem Grund der heutigen Plaza de Armas und eine zweite zu Beginn des 20. Jahrhunderts brannten beide ab. 1911 taten sich Bewohner zusammen und wählten diesmal die Oberstadt. Das Grundstück verkaufte Isabel Felmer an die Pfarrei, mit der Auflage, darauf eine katholische Kirche zu errichten.
Im Januar 1914 wurde der Grundstein gesegnet. Gebaut haben Edmundo Niklitschek Lückeheide, Bernardo Klenner Droppelmann und Adalio Morales unter Aufsicht von Pater Sander, von 1915 an bis 1918. Am 24. November 1918 wurde die Kirche geweiht. Ihre Bewährungsprobe kam 1960 mit dem Erdbeben von Valdivia: Dank des soliden Fundaments und der Konstruktion kam sie mit geringen Schäden davon. Seit 1992 ist sie Nationalmonument.
Hinein lohnt sich für alle, die das Holz innen sehen wollen; der Besuch ist frei, und am lebendigsten ist die Kirche rund um die Messen. Danach geht es 1430 m und 20 Minuten aus der Oberstadt zur Avenida Vicente Pérez Rosales, wo die zweite Siedlerkirche steht, die evangelische Antwort auf diesen Bau.










