Plaza de Armas de Santiago
Hier beginnt Santiago, ganz wörtlich. Die Plaza de Armas ist der Hauptplatz der Stadt, und wenn du dich einmal langsam um die eigene Achse drehst, siehst du ein gutes Stück Stadtgeschichte auf einen Blick: die Kathedrale, das Hauptpostamt, den Palacio de la Real Audiencia und das Gebäude, in dem heute die Stadtverwaltung sitzt und früher der Cabildo, der koloniale Stadtrat, tagte. Dazu kommen die Capilla del Sagrario, der erzbischöfliche Palast, das Edificio Comercial Edwards und der Portal Fernández Concha.
Gegründet hat die Stadt Pedro de Valdivia im Jahr 1541. Er beauftragte Pedro de Gamboa mit dem Grundriss, und der legte Santiago wie ein Schachbrett an: gerade Straßen, quadratische Blöcke und in der Mitte ein Platz, um den sich die wichtigsten Verwaltungsbauten gruppieren sollten. Dieses Raster spürst du heute noch, sobald du von hier in eine Seitenstraße einbiegst.
Spannender ist, was unter deinen Füßen liegt. Forscher des Naturkundemuseums und der Universidad Andrés Bello haben Belege dafür vorgelegt, dass hier vorher ein städtisches Zentrum der Inka stand. Von ihm gingen Wege in mehrere Richtungen aus, und seine Bewohner lebten von bewässerter Landwirtschaft und vom Abbau von Gold und Silber. Valdivia hätte demnach nicht auf freiem Feld gegründet, sondern die vorhandene Anlage übernommen; der Platz liegt über der alten Cancha der Inka.
Seit 1986 stehen die Plaza, das nahe ehemalige Nationalkongressgebäude und die umliegenden Bauten gemeinsam als Zona Típica unter Schutz. Kathedrale und Museo Histórico Nacional hebst du dir für das Ende auf, wenn der Rundgang hierher zurückführt. Jetzt geht es 590 m, etwa 8 Minuten, zum Mercado Central.






















