Tahai
Tahai ist kein einzelnes Moai, sondern ein ganzer Zeremonialkomplex am Wasser, Teil des Nationalparks Rapa Nui und damit des UNESCO-Welterbes. Drei Ahu, also Steinplattformen mit Statuen, reihen sich hier nebeneinander: Ko Te Riku, Tahai und Vai Ure. Nimm dir Zeit, sie nacheinander abzugehen, denn jedes erzählt etwas anderes.
Ahu Vai Ure fällt zuerst auf: fünf Moai an der Küste, 1974 vom US-Archäologen William Mulloy wieder aufgerichtet. Der Name bedeutet „dunkles Wasser“. Daneben steht Ahu Tahai mit nur einer Statue von 4,5 Metern, und doch ist es das wichtigste der drei, denn es gilt als ältestes Ahu der ganzen Insel. Sein Name heißt „wo die Sonne sich versteckt“.
Dann Ahu Ko Te Riku: Dieses Moai ist das einzige ausgestellte auf Rapa Nui mit Augen aus weißer Koralle, dazu trägt es einen Pukao, einen Kopfaufsatz aus rotem Vulkangestein. So ungefähr sahen die Statuen einst aus, als sie die Siedlung anblickten.
Achte auch auf die Reste des alten Dorfes: Grundrisse der bootsförmigen Häuser, hare moa genannt, und eine Steinrampe, die zum Meer führt. In der Ferne erkennst du zwei weitere Ahu bei Hanga Kio'e, die Mulloy 1972 restaurierte. Er und seine Frau Emily liegen hier in Tahai begraben. Heute ist der Platz lebendige Bühne, etwa für die Krönung beim Tapati-Fest.
Mit dem Nationalpark-Ticket lohnt sich Tahai für jeden, ob du dich für Archäologie interessierst oder einfach zum ersten Mal Moai sehen willst. Danach führen dich 1530 m in 22 Minuten in den Ort zum Museum, das nach dem Mann benannt ist, der Sprache und Kultur der Insel festhielt.








