Hohes Schloss Füssen
Über der Altstadt steht das Hohe Schloss, die gotische Burg der Bischöfe von Augsburg. Sie gilt als eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Burganlagen Bayerns. Das Bild, das du heute vor dir hast, geht vor allem auf den großen Um- und Ausbau zurück, den Bischof Friedrich II. von Zollern ab 1486 vorantrieb. Rund zweihundert Jahre später ließ Fürstbischof Johann Christoph von Freyberg noch einmal umbauen, diesmal hauptsächlich die Innenausstattung.
Der Hügel war schon viel früher wichtig. In der späten römischen Kaiserzeit stand hier das Kastell Foetibus, Sitz einer Nachschubeinheit der III. Italischen Legion, und schon um 47 n. Chr. dürfte auf dem heutigen Stadtgebiet eine Raststation der Via Claudia gelegen haben. Als später das Kloster unten entstand, dienten die Ruinen des Kastells wohl als willkommener Steinbruch.
Spannend ist, warum hier überhaupt eine Burg steht. 1183 schenkten die Augsburger dem Kloster St. Mang den Berg, damals Gaisberg genannt, mit einer klaren Auflage: niemals ein weltliches Bauwerk darauf, niemals Verkauf an einen weltlichen Herrn. Dann verpfändete der letzte Staufer Konradin 1266 und 1267 die Vogtei unrechtmäßig an seinen Onkel, den bayerischen Herzog. Herzog Ludwig II. setzte eine Burg über das Kloster, um seine Ansprüche zu sichern, und verzichtete erst 1292 nach heftigem Streit. 1322 erwarb das Hochstift den Burgberg im Tausch und machte die Veste zum Sitz des Pflegamts; 1363 gehörte sie bereits zur Stadtbefestigung.
Der Innenbesuch kostet Eintritt, es gibt Ermäßigungen, und für Kinder und Jugendliche ist er frei. Er lohnt sich, wenn dich Mittelalter und Bischofsgeschichte reizen und du eine Stunde einplanen kannst; wer vor allem durch die Stadt will, nimmt die Burg von außen mit.
Vom Schlossberg sind es nur 190 Meter, etwa 3 Minuten, hinunter zum Kloster, mit dem diese ganze Geschichte begann.












