Obertorturm
Du startest am westlichen Eingang der alten Stadt. Der Obertorturm wird 1273 erstmals erwähnt, damals schlicht als „zem obern tor“, und ist das älteste Bauwerk, das von der Schaffhauser Stadtbefestigung erhalten blieb. Ursprünglich war er der Wohnturm der Adelsfamilie Fridbolt; 1461 verkaufte der frühere Bürgermeister Hans Friedbold ihn an die Stadt.
Schau an den Ecken hoch: Die andersfarbigen Ecksteine verraten, wie hoch der Turm einmal war. 1513 wurde er auf seine heutigen 47 Meter aufgestockt, bekam am Dach zwei spätgotische Erker und auf der Südseite des ersten Stocks ein romanisches Doppelfenster. Von da an diente er als Hochwacht: Brannte es oder zogen Truppen heran, läutete der Wächter die Sturmglocke. Aufgehoben wurde diese Wache erst 1922.
Warum gerade hier so viel Verkehr war, erklärt der Rhein. Wegen der Stromschnellen und des Rheinfalls kamen Schiffe nicht durch; alle Güter zwischen Bodensee und Basel wurden auf Wagen umgeladen und von der Schifflände über die Vordergasse zum Rheinfall gebracht. Jeder dieser Wagen musste durch das Obertor.
Vom alten Tor selbst ist wenig übrig: Das vorgelagerte Bollwerk aus dem Dreißigjährigen Krieg wurde 1845 geschleift, das spitzbogige Tor 1853 abgebrochen. Den Durchgang für Fußgänger gibt es seit 1939/40, und innen stecken seit dem Umbau von 1934 zehn Stockwerke, ein Estrich und eine Transformatorenstation. Hinein geht es nicht, der Turm wirkt von außen.
Vom Obertorturm sind es 480 Meter, rund 6 Minuten, zum Schwabentor, dem Gegenstück am Nordrand der Altstadt.
























