Schaffhausen auf eigene Faust: Munot, Tore und Rhein

Vom Obertor über die Festung Munot hinüber zum Rhein und zurück durch Klosterhöfe und bemalte Gassen: 3,2 km Altstadt, fast alles ohne Eintritt.

13 Stationen 3,2 km ~47 Min. Gehzeit
Route der Tour durch Schaffhausen
Stopp 1 von 13
490 m·6 min
Obertorturm
Geh nordöstlich durch die Gassen hinauf Richtung Schwabentor.
Grüezi und willkommen in Schaffhausen. Ich bin Alex, und hier verdankt eine ganze Stadt ihre Entstehung einem unpassierbaren Wasserfall:
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Was dich auf diesem Rundweg erwartet

13 Stationen auf einem Rundweg: Du startest am Obertorturm, gehst durch das Schwabentor hinauf zum Munot, dann zum Rhein, durch den Klosterbezirk und die Gassen der Altstadt und kommst über den Diebsturm zurück. 3,2 km, reine Gehzeit 47 Min., mit Pausen rund drei Stunden, mit Museum länger.

Fast alles ist frei, auch der Munot. Eintritt kosten das Rheinbad und das Museum zu Allerheiligen; die Hallen für Neue Kunst sind dauerhaft geschlossen. Route und GPS-Navigation im Browser sind kostenlos, der AI Tour Guide ist optional.

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Blick auf Schaffhausen

Die Route

Karte für deinen Schaffhausen Stadtrundgang

13 Stopps 3,2 km 47 Min. Gehzeit
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Die 13 Stationen auf dieser Route

  1. Obertorturm in Schaffhausen, Station 1 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    1Obertorturm
  2. Schwabentor in Schaffhausen, Station 2 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    2Schwabentor
  3. Munot in Schaffhausen, Station 3 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    3Munot
  4. Rheinbad in Schaffhausen, Station 4 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    4Rheinbad
  5. 5Schillerglocke
  6. Hallen für Neue Kunst in Schaffhausen, Station 6 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    6Hallen für Neue Kunst
  7. Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen, Station 7 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    7Museum zu Allerheiligen
  8. Münster Schaffhausen, Station 8 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    8Münster Schaffhausen
  9. Kirche St. Johann in Schaffhausen, Station 9 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    9Kirche St. Johann
  10. Tellenbrunnen in Schaffhausen, Station 10 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    10Tellenbrunnen
  11. Fronwagplatz in Schaffhausen, Station 11 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    11Fronwagplatz
  12. Haus zum Ritter in Schaffhausen, Station 12 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    12Haus zum Ritter
  13. Diebsturm in Schaffhausen, Station 13 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    13Diebsturm
  14. Das ist die ganze Runde.

    Geh sie mit dem AI Tour Guide, der dich durch jede dieser Straßen führt.

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    Geschafft

Dein Schaffhausen Rundgang vom Obertor bis zum Diebsturm

  1. 1

    Obertorturm

    Obertorturm in Schaffhausen, Station 1 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Du startest am westlichen Eingang der alten Stadt. Der Obertorturm wird 1273 erstmals erwähnt, damals schlicht als „zem obern tor“, und ist das älteste Bauwerk, das von der Schaffhauser Stadtbefestigung erhalten blieb. Ursprünglich war er der Wohnturm der Adelsfamilie Fridbolt; 1461 verkaufte der frühere Bürgermeister Hans Friedbold ihn an die Stadt.

    Schau an den Ecken hoch: Die andersfarbigen Ecksteine verraten, wie hoch der Turm einmal war. 1513 wurde er auf seine heutigen 47 Meter aufgestockt, bekam am Dach zwei spätgotische Erker und auf der Südseite des ersten Stocks ein romanisches Doppelfenster. Von da an diente er als Hochwacht: Brannte es oder zogen Truppen heran, läutete der Wächter die Sturmglocke. Aufgehoben wurde diese Wache erst 1922.

    Warum gerade hier so viel Verkehr war, erklärt der Rhein. Wegen der Stromschnellen und des Rheinfalls kamen Schiffe nicht durch; alle Güter zwischen Bodensee und Basel wurden auf Wagen umgeladen und von der Schifflände über die Vordergasse zum Rheinfall gebracht. Jeder dieser Wagen musste durch das Obertor.

    Vom alten Tor selbst ist wenig übrig: Das vorgelagerte Bollwerk aus dem Dreißigjährigen Krieg wurde 1845 geschleift, das spitzbogige Tor 1853 abgebrochen. Den Durchgang für Fußgänger gibt es seit 1939/40, und innen stecken seit dem Umbau von 1934 zehn Stockwerke, ein Estrich und eine Transformatorenstation. Hinein geht es nicht, der Turm wirkt von außen.

    Vom Obertorturm sind es 480 Meter, rund 6 Minuten, zum Schwabentor, dem Gegenstück am Nordrand der Altstadt.

    Öffnungszeiten
    Außenansicht rund um die Uhr zugänglich
    Preis
    Kostenlos
  2. 2

    Schwabentor

    Schwabentor in Schaffhausen, Station 2 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Das Schwabentor schloss die mittelalterliche Stadt nach Norden hin ab, gegen Schwaben, daher der Name. In den Urkunden taucht es 1361 noch als „Neuturm“ auf. Heute gehst du durch den Bogen in die Vorstadt. Auf der Westseite ist ein Stück der alten Stadtmauer mit Wehrgang erhalten, mit dem Finsterwaldturm als Eckturm.

    Vieles, was du siehst, ist jünger, als es wirkt. 1932 brannte das Turminnere aus, und das Mansarddach mit dem Glockentürmlein von 1782 ging verloren. Der Architekt Wolfgang Müller gestaltete das Tor zwischen 1933 und 1935 neu; seitdem trägt es ein Zeltdach, auf dessen Spitze ein Schaffhauser Bock als Windfahne sitzt, entworfen von Richard Petraschke.

    In den Uhrnischen malte Carl Roesch zwei Fresken. Auf der Südseite „Kosmos“: Mann und Frau im Kreislauf zwischen Tod und Dämon, behütet von einem Engel in Flammen. Auf der Nordseite „Kreislauf“: die vier Lebensalter, die dem unaufhaltsamen Lauf des Uhrzeigers folgen.

    Geh unbedingt auf die Nordseite und schau zum Schlussstein des Torbogens. Dort steht seit 1935 „Lappi tue d’Augen uf“, Narr, mach die Augen auf, darunter ein Bauer mit einem Ferkel unterm Arm, bedrängt von Autos. Mit der Geschichte des Tors hat der Spruch von Arnold Oechslin nichts zu tun. Der Stadtrat wählte ihn aus vier Entwürfen, weil vor dem Tor eine wichtige Straßenkreuzung gebaut wurde; Oechslin selbst hatte sich von einer russischen Inschrift am Eingangstor der Villa Charlottenfels anregen lassen.

    Zum Munot sind es 600 Meter, die längste Etappe der Runde, rund 10 Minuten.

    Öffnungszeiten
    24/7
    Preis
    Kostenlos
  3. 3

    Munot

    Munot in Schaffhausen, Station 3 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Der Munot ist das Wahrzeichen von Schaffhausen: eine runde Festung auf dem Emmersberg, gebaut aus Quader- und Bruchsteinen des Malm, der hier und in der Umgebung ansteht. Der Eintritt ist frei, und hinein solltest du auf jeden Fall. Mit seinem Bergfried gilt der Munot als eines der wenigen Beispiele für den Übergang von der Burg zur modernen Festung.

    Befestigt war der Ort schon lange vorher. Ab 1098 stand hier der „Annot“ oder „Unot“, mittelhochdeutsch für „ohne Not“, anfangs im Besitz eines Adeligen. Gern wird erzählt, die Römer hätten hier einen Wachturm ihrer Rheingrenze gehabt; belegt ist das nicht. Die heutige Anlage entstand zwischen 1564 und 1589 unter Stadtbaumeister Heinrich Schwarz, wohl in Kenntnis von Albrecht Dürers Schrift über Rondellbefestigungen, und teilweise in Fronarbeit.

    Billig war das nicht: 47.528 Gulden, so viel wie der Bau von etwa 800 Stadthäusern. Und kaum war die Festung fertig, kamen die ersten Zweifel, ob sie militärisch noch auf der Höhe der Zeit sei. Im Dreißigjährigen Krieg zeichnete Johann Georg Werdmüller 1646 Pläne für Schanzen und ein Vorwerk, veranschlagt mit 165.627 Gulden. Der Westfälische Friede von 1648 ersparte der Stadt die Ausgabe.

    Verteidigt wurde der Munot genau einmal, 1799, als sich die französischen Truppen vor den Österreichern zurückzogen. Schon am 1. Oktober 1798 hatten die Franzosen Stadt und Festung besetzt, und im November verlangte André Masséna Quartiere für seine Verwundeten aus den Schlachten bei Ostrach und Stockach.

    Vom Munot geht es 400 Meter, rund 7 Minuten, zum Rheinbad; unterwegs kommst du am Rosengarten am Munot und am Naturmuseum Schaffhausen vorbei.

    Öffnungszeiten
    Mai–Sep täglich 08:00–20:00; Okt–Apr täglich 09:00–17:00
    Preis
    Eintritt kostenlos
    Website
    munot.ch ↗
  4. 4

    Rheinbad

    Rheinbad in Schaffhausen, Station 4 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Das Rheinbad, in Schaffhausen Rhybadi genannt, ist ein Kastenbad mitten im Hochrhein: etwa 185 Meter lang und 30 Meter breit, das größte noch erhaltene Kastenbad der Schweiz. In Stromrichtung gliedert es sich in Abteile mit eigenen Namen, vom „Spitz“ über mehrere „Hägli“ für Männer, Frauen und Kinder.

    Der Bau begann 1870 nach Plänen von Stadtbaumeister Johann Gottfried Meyer. Davor gab es ein öffentliches Bad von 1848/49, das aber weichen musste: Die Wasserwerksgesellschaft des Moserdamms wollte einen zusätzlichen Pfeiler für ihren „Krafttelegraphen“ errichten. Ab 1868 wurde der Umzug zum Politikum, mit Leserbriefen in den Schaffhauser Nachrichten. Später kamen Umbauten dazu, unter anderem die „Frauenbadi“.

    Heute ist die Anlage als Kulturgut von regionaler Bedeutung geschützt und Teil eines Ortsbilds von nationaler Bedeutung. Sie liegt vor der ehemaligen Baumwollzwirnerei Frey & Peyer; unweit stehen weitere geschützte Industriebauten, die Kammgarnspinnerei und die Uhrenfabrik IWC.

    Schwimmen kostet Eintritt und geht nur in der Badesaison; den Bau selbst kannst du dir auch ohne Badesachen vom Ufer aus ansehen. Zur Schillerglocke sind es nur 140 Meter, rund 2 Minuten.

    Öffnungszeiten
    Saisonal (ca. Mitte Mai bis Ende Sep.): Mai & Sep. So–Do 08:00–21:00, Fr–Sa 08:00–22:00 (ab 20. Sep.: 10:00–18:00); Jun–Aug So–Do 08:00–22:00, Fr–Sa 08:00–23:00; bei Schlechtwetter früherer Schluss möglich
    Preis
    CHF 4 Erwachsene (18+), CHF 4 AHV/IV, CHF 2 Kinder/Jugendliche (<18), 50 % Rabatt KulturLegi
  5. 5

    Schillerglocke

    Zwei Minuten vom Rhein betrittst du einen ruhigen Hof: den Kreuzgang- und Kräutergartenhof des ehemaligen Klosters Allerheiligen. Hier steht die Schillerglocke frei ausgestellt, gegossen 1486. Der Hof ist tagsüber zugänglich und kostet nichts, auch wenn du das Museum komplett auslässt.

    Der Name führt zu Schillers „Lied von der Glocke“ von 1799, einem der meistzitierten Gedichte der deutschen Sprache. Die Glocke selbst ist allerdings über dreihundert Jahre älter als das Gedicht, und was genau den Namen stiftet, erklärt der Hof heute nicht mehr. Nimm dir trotzdem ein paar Minuten: eine Glocke aus dem 15. Jahrhundert, aus nächster Nähe, in einem stillen Klostergarten.

    Zu den Hallen für Neue Kunst sind es 80 Meter, rund 1 Minute; dabei passierst du die Kammgarn.

    Öffnungszeiten
    Täglich bei Tageslicht zugänglich
    Preis
    Eintritt kostenlos
  6. 6

    Hallen für Neue Kunst

    Hallen für Neue Kunst in Schaffhausen, Station 6 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Die Hallen für Neue Kunst sind dauerhaft geschlossen, du siehst sie nur von außen. Trotzdem lohnt der kurze Halt, denn hier war über drei Jahrzehnte ein Ort, von dem man in der Kunstwelt sprach. Der Künstler Urs Raussmüller baute 1982/83 rund 5.500 Quadratmeter einer ehemaligen Textilfabrik am Rheinufer zu einem Museum für Kunst seit 1965 um. Seine Überzeugung: Neue Kunst braucht vor allem Zeit und Raum.

    Im Zentrum stand Joseph Beuys’ zweistöckige Raum-Skulptur „Das Kapital Raum“, die erstmals 1980 auf der Biennale in Venedig zu sehen war und die Beuys 1984 noch selbst in Schaffhausen einrichtete. Daneben zeigten die Hallen architektonische Skulpturen von Bruce Nauman, Mario Merz’ ganzes Dorf aus Iglus, Reben und Neonlicht, Würfel und Wandzeichnungen von Sol LeWitt und Carl Andres „Cuts“ von 1967, rund 18 Tonnen schwer und deshalb nur selten ausgestellt.

    Genau dieses Hauptwerk wurde dem Museum zum Verhängnis. Ab 2004 lief ein Rechtsstreit um den Besitz der Beuys-Installation, der 2014 zuungunsten des Museums ausging. Anfang 2014 schlossen die Hallen, im Juni folgte die endgültige Schließung mit teilweisem Umzug nach Basel. Zwischen 2018 und 2024 nutzte die FATart Art Fair die Räume.

    Zum Museum zu Allerheiligen sind es nur 60 Meter, rund 1 Minute.

    Status
    Dauerhaft geschlossen
  7. 7

    Museum zu Allerheiligen

    Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen, Station 7 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Das Museum zu Allerheiligen sitzt im ehemaligen Benediktinerkloster und vereint Archäologie, Geschichte, Kunst und Naturkunde unter einem Dach. Es gilt als bedeutendstes Museum der Region und gehört flächenmäßig zu den größten der Schweiz. Der Eintritt kostet, und für Geschichtsinteressierte lohnt er sich: Hier laufen mehrere Fäden dieser Runde zusammen, von der Originalfigur des Tellenbrunnens über die alte Marktwaage vom Fronwagplatz bis zu den abgelösten Stimmer-Fresken vom Haus zum Ritter.

    Die Idee eines Museums kam Mitte des 19. Jahrhunderts auf; ein Neubau beim Schwabentor wurde um 1900 wieder verworfen. 1919 beauftragte der Stadtrat die Architekten Schäfer und Martin Risch, die Klostergebäude umzugestalten. So sollte zugleich die vom Verfall bedrohte Anlage erhalten werden, mit dem Landesmuseum in Zürich als Vorbild. Nach sieben Jahren Bauzeit öffnete das Museum 1928 mit 42 Ausstellungsräumen, 1938 kamen Erweiterungsbauten dazu.

    Am 1. April 1944 bombardierten US-Bomber Schaffhausen irrtümlich. Auch das Museum wurde schwer getroffen: Über 70 Bilder alter Meister verbrannten, darunter neun Werke des Schaffhausers Tobias Stimmer. Kantone, Gemeinden, Firmen und Privatleute aus der ganzen Schweiz spendeten daraufhin Gemälde und Kunstwerke. Nach zwei Jahren Wiederaufbau öffnete das Haus am 18. Mai 1946 wieder.

    Plane für einen Besuch gut anderthalb Stunden ein. Zum Münster Schaffhausen sind es 140 Meter, rund 2 Minuten.

    Öffnungszeiten
    Di–So 11:00–17:00, letzter Do des Monats 11:00–20:00, Mo geschlossen
    Preis
    Dauerausstellung: CHF 12 Erwachsene (20+), CHF 9 ermäßigt (AHV/Studierende/Gruppen), unter 20 und jeden 1. Samstag des Monats kostenlos; Sonderausstellung: CHF 15 / CHF 10
  8. 8

    Münster Schaffhausen

    Münster Schaffhausen, Station 8 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Das Münster Schaffhausen war die Kirche des Klosters Allerheiligen und ist bis heute baulich mit der weitläufigen Klosteranlage verbunden. Gegründet hat beides Graf Eberhard von Nellenburg im Jahr 1049, geweiht wurde die Kirche am 22. November von Papst Leo IX., fertig war die romanische Basilika 1064. Seitdem wurde sie mehrfach umgebaut. Der Eintritt ist frei; bei Gottesdiensten und Konzertvorbereitungen kann der Besuch eingeschränkt sein.

    Die Nellenburger hatten erkannt, was Schaffhausen wertvoll machte: Hier mussten die Waren auf dem Rhein umgeladen werden, um den Rheinfall zu umgehen. Eberhard machte das Kloster zur Grablege seiner Familie, trat nach 1075 selbst als Mönch ein und starb hier 1078 oder 1079.

    Sein Sohn Burkhard setzte im Investiturstreit auf den Papst. 1080 übertrug er dem Kloster alle Rechte: Es unterstand direkt dem Papst, erhielt den großen Familienbesitz, die freie Abtwahl, das Münzrecht und die Stadt Schaffhausen. Damit wurde der Abt zum Herrn der Stadt. Mit Mönchen aus Hirsau reformierte Abt Wilhelm das Kloster nach Hirsauer Vorbild.

    1524 wurde das Münster zur reformierten Stadtkirche. Zur Kirche St. Johann, der anderen Hauptkirche der Altstadt, sind es 210 Meter, rund 3 Minuten.

    Öffnungszeiten
    Täglich 07:00–20:00 (vorbehaltens Gottesdiensten und Konzertvorbereitungen)
    Preis
    Eintritt kostenlos
  9. 9

    Kirche St. Johann

    Kirche St. Johann in Schaffhausen, Station 9 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Die Kirche St. Johann ist die alte Stadtkirche von Schaffhausen. Gebaut wurde sie ab etwa dem Jahr 1000, die letzte große Renovierung endete 1990. Der Eintritt ist frei, und ein kurzer Blick hinein passt gut in die Runde.

    Im Mittelalter stand St. Johann unter dem Patronat des Klosters Allerheiligen: Der Abt setzte den Leutpriester ein, dazu kamen Helfer und bis zu 13 Kapläne, die auch in Filialkirchen Dienst taten. Der Hauptpfarrer von St. Johann war schon vor der Reformation der oberste Pfarrer der Stadt.

    Mit der Reformation übernahm die Stadt vom letzten Abt Michael Eggenstorfer alle Klostergüter, und das Münster wurde zur zweiten Hauptkirche. Abendmahl und Taufen aber blieben St. Johann vorbehalten. Zwischen 1536 und 1803 leiteten die Pfarrer von St. Johann, vom Münster und vom Spital als „Dreier“ die Kirche unter Aufsicht des Rates; meist wurde der Pfarrer von St. Johann zum Antistes gewählt, dem Vorsteher der Schaffhauser Kirche.

    Zum Tellenbrunnen sind es 130 Meter, rund 2 Minuten.

    Öffnungszeiten
    Täglich 07:00–20:00 (vorbehaltens Gottesdiensten und Konzertvorbereitungen)
    Preis
    Eintritt kostenlos
  10. 10

    Tellenbrunnen

    Tellenbrunnen in Schaffhausen, Station 10 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Der Tellenbrunnen steht dort, wo sich Vordergasse und Brunnengasse teilen, direkt vor dem Doppelhaus Wasserquelle und Zieglerburg. Auf einer Säule an der Ostseite des achteckigen Beckens, jede Seite 2,3 Meter lang, steht eine farbig gefasste Figur mit Armbrust, die angeblich Wilhelm Tell zeigt und für die Freiheitsliebe der Schweizer stehen soll.

    Ganz so einfach ist es nicht. Die moderne Forschung lehnt die Deutung als Tell ab. Der Historiker Georg Kreis sieht in der Figur einen Bannerherrn, wie er auf vielen Brunnen steht: eine Verkörperung der eidgenössischen Eigenständigkeit im Wehr- und Gerichtswesen. Erst viel später, wegen der Armbrust, wurde daraus Tell.

    Auch die Datierung ist verwickelt. Das Original soll 1522 entstanden sein und steht heute im Museum, ob es je auf diesem Brunnen stand, ist aber nicht gesichert. Ein Foto von 1901 zeigt am Sockel die Jahreszahl 1682; aus dieser Zeit stammt vermutlich ein zweites Standbild, wohl vom Bildhauer Lorenz Schreiber. Das Becken trägt die Zahl 1632. Schau beim Vorbeigehen genau hin, die Jahreszahlen lohnen die Suche.

    Zum Fronwagplatz sind es nur 80 Meter, rund 1 Minute.

    Öffnungszeiten
    24/7
    Preis
    Kostenlos
  11. 11

    Fronwagplatz

    Fronwagplatz in Schaffhausen, Station 11 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Der Fronwagplatz ist das Herz der mittelalterlichen Altstadt und das Kernstück der Fußgängerzone. Im Mittelalter hieß er schlicht „Am Markt“, und Markt ist hier bis heute: An Markttagen stehen die Stände auf dem Platz. Hier treffen sich die Achsen der Altstadt: die Vordergasse Richtung Rhein, die Vorstadt hinauf zum Schwabentor und die Oberstadt hinüber zum Obertor.

    An der schmalen Südseite überragt der Fronwagturm den Platz. In ihm hing früher die große Marktwaage. Im Giebelfeld sitzt die astronomische Uhr von Joachim Habrecht, dem Vater von Isaak Habrecht, aus dem Jahr 1564; sie zeigt zehn verschiedene astronomische Funktionen. Im Dachreiter hängt die Glocke der Burgkapelle der Burg Balm.

    Dreh dich einmal um dich selbst: Neben dem Fronwagturm steht das Zunfthaus Herrenstube, die Westseite beherrscht das Haus zur Taube, die Ostseite der turmartige Turm am Ort. Richtung Vordergasse folgt das Haus zum Einhorn, Richtung Vorstadt das Große Haus mit dem Stadtarchiv. Zwei Zierbrunnen aus dem 16. Jahrhundert schmücken den Platz, der Landsknechtbrunnen beim Fronwagturm und der Mohrenbrunnen am nördlichen Ende.

    Der Platz war zugleich Stapelplatz auf dem Weg der umgeladenen Rheingüter zum Rheinfall, derselbe Warenstrom, der durch das Obertor zog. Zum Haus zum Ritter sind es 80 Meter, rund 1 Minute.

    Öffnungszeiten
    Samstag 07:00–12:00 (also Dienstag 07:00–11:00)
    Preis
    Kostenlos Eintritt
  12. 12

    Haus zum Ritter

    Haus zum Ritter in Schaffhausen, Station 12 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Das Haus zum Ritter an der Vordergasse ist das Haus, vor dem du stehen bleibst. Seine bemalte Fassade geht auf Tobias Stimmer zurück, der die Fresken zwischen 1568 und 1570 anbrachte. Sie gelten als die bedeutendsten Renaissancefresken nördlich der Alpen.

    Gebaut wurde das Haus 1492, der Name ist schon für das frühe 14. Jahrhundert belegt. 1566 ließ Ritter Hans von Waldkirch zwei Obergeschosse aufsetzen; von ihm soll der Name stammen. Über die Jahrhunderte wurden Stimmers Bilder mehrfach in Öl übermalt, bis man sie 1918/19 wieder freilegte. Retten ließen sie sich nur, indem man sie ablöste: Das übernahm 1935 der Spezialist Franco Steffanoni, seither hängen die Originale im Museum. Was du heute siehst, malte Carl Roesch, derselbe Maler wie am Schwabentor, 1938/39 und 1943 nach den Vorlagen neu.

    Lies die Fassade von unten nach oben. Über dem Namensschild steht die Virtus, neben ihr ein König für den Staat und eine Frau mit Mitra für die Kirche; alle drei blicken zur Gloria mit Zepter und Weltkugel, ganz rechts steht die Immortale. Darüber die Wappen der Besitzer und ein Siegeszug, ganz oben zwei Szenen aus der Odyssee: links Odysseus bei der Zauberin Kirke, die seine Gefährten in Schweine verwandelt hat, rechts der Baum der Lotophagen in Gestalt einer Frau.

    Im Erdgeschoss mit seinem Sterngewölbe sind heute eine Apotheke und eine Parfümerie. Zum Diebsturm sind es 530 Meter, rund 7 Minuten.

    Öffnungszeiten
    24/7
    Preis
    Kostenlos
  13. 13

    Diebsturm

    Diebsturm in Schaffhausen, Station 13 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Am Ende der Runde steht ein Turm, an dem viele vorbeilaufen. Der untere Diebsturm war Teil der westlichen Stadtbefestigung und diente lange als Gefängnis. Erstmals erwähnt wird er 1414 als „nieder diepthurm“, wann er gebaut wurde, weiß niemand genau. Er steht in der Neustadt beim Haus „Zum Schleifstein“, wo eine gotische Spitzbogentür hineinführt. In voller Höhe, 20,7 Meter, siehst du ihn am besten von der Grabenstraße, die im ehemaligen Stadtgraben verläuft.

    Der kahle Rundturm sitzt auf gewachsenem Kalkfels, seine Mauern sind unten 2 Meter dick, oben noch 1,25 Meter. Fenster hat er keine, nur schmale Scharten. Oben geht das Rund in ein Achteck über, darauf das Zeltdach, 1820 erneuert. Ein Fünftel des Turms ragt aus der Häuserreihe der Neustadt heraus, deren Häuser einst selbst Teil der Stadtmauer waren.

    Hinein kommst du nicht, genutzt wird der Turm seit Kriegsende nicht mehr; 1942 baute man noch einen Luftschutzunterstand ein, heute nisten nur Vögel darin. 1954 kaufte die Stadt ihn für 12'000 Franken von Fritz Baldinger. Sein Zwilling, der obere Diebsturm, stand weiter oben in der Neustadt; 1858 durfte der Dekorationsmaler Jakob Wüscher ihn abbrechen und dort eine Werkstatt bauen, unter der Bedingung, dass vom Turm nichts übrig blieb.

    Vom Diebsturm sind es 290 Meter, rund 4 Minuten, zurück zum Obertorturm, wo sich der Kreis schließt.

    Öffnungszeiten
    Außenansicht rund um die Uhr zugänglich
    Preis
    Kostenlos
Routenkarte des Stadtrundgangs durch Schaffhausen Route geladen
ObertorturmSchwabentorMunotRheinbad+9
Alle 13 Stopps sind schon auf der Karte.
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AI Tour Guide

Die Route kennst du jetzt. Geh sie mit einem Guide im Ohr.

Drück auf Start, wo immer du bist, auch hunderte Kilometer von Schaffhausen entfernt, und der Guide fängt sofort an, seine Geschichten zu erzählen. In der Stadt wählst du jeden der 13 Stopps als Startpunkt: Der Guide führt dich hin und redet dann die ganze Route mit dir, fragt nach, hört zu, merkt sich deine Antworten und passt die Tour daran an.

13Stopps 3,2km 47 Min.Gehzeit 13Sprachen
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Kürzere Runden durch die Altstadt

Nicht jeder hat drei Stunden. Diese Teilstücke funktionieren auch allein, je nachdem, ob dich Mauern und Türme, Kloster und Rhein oder die bemalte Altstadt mehr reizen.

Tore und Festung

Stopps: 13, 1, 2, 3

Für alle, die Wehrbauten mögen: vom Diebsturm über Obertorturm und Schwabentor bis zum Munot. 1370 Meter, rund 20 Minuten reine Gehzeit, alles ohne Eintritt.

Kloster und Rhein

Stopps: 3, 4, 5, 6, 7, 8

Vom Munot zum Rheinbad und durch den Klosterbezirk bis ins Münster: 820 Meter, rund 13 Minuten Gehzeit. Eintritt kosten nur das Rheinbad und das Museum, das sich hier gut einbauen lässt.

Altstadtkern

Stopps: 8, 9, 10, 11, 12

Die kompakte Runde für zwischendurch: zwei Kirchen, Tellenbrunnen, Fronwagplatz und Haus zum Ritter auf 500 Metern, rund 7 Minuten Gehzeit, alles frei.

Wie lange dauert der Schaffhausen Rundgang mit Munot und Museum?

Die reine Gehzeit für die 3,2 km liegt bei 47 Minuten, die Etappen sind kurz, die längste misst 600 Meter. Mit Zeit für den Munot, die beiden Kirchen, den Klosterhof und die Fassaden am Fronwagplatz brauchst du realistisch rund drei Stunden.

Willst du ins Museum zu Allerheiligen, plane zusätzlich gut anderthalb Stunden ein, dann bist du bei rund viereinhalb Stunden. Die Runde Tore und Festung schaffst du in etwa einer Stunde, Kloster und Rhein ohne Museum ebenfalls, den Altstadtkern in einer Dreiviertelstunde.

Vor dem Start in der Schaffhauser Altstadt

  • Start und Ende: Empfohlen ist der Obertorturm, dort endet der Rundweg auch wieder. Einsteigen kannst du an jeder Station, die Reihenfolge hier ist die empfohlene.
  • Tageszeit: Geh bei Tageslicht los: Munot, Klosterhof und Museum sind nicht rund um die Uhr offen. Prüf vor dem Start, ob das Museum an deinem Tag geöffnet hat, wenn du hineinwillst.
  • Eintritt: Eintritt kosten nur das Museum zu Allerheiligen und das Rheinbad. Munot, Münster, St. Johann und der Hof mit der Schillerglocke sind frei.
  • Rheinbad: Baden geht nur in der Badesaison. Wer schwimmen will, packt Badesachen ein; zum Anschauen reicht der Blick vom Ufer.
Routenkarte des Stadtrundgangs durch Schaffhausen
AI Tour Guide

Dein Guide ist bereit, sobald du am ersten Tor stehst.

Drück auf Start und ein AI Tour Guide übernimmt ab hier: Er leitet die Route durch Schaffhausen, erzählt die Geschichten und macht aus deinem Spaziergang ein echtes, lebendiges Gespräch. Keine App, kein Download, läuft im Browser.

13Stopps 3,2km 47 Min.Gehzeit 13Sprachen
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Was der AI Tour Guide auf dieser Runde anders macht

Auf dieser Runde liegen Festungsbau, Klosterpolitik, Reformation und Renaissancemalerei nur Minuten auseinander. Der AI Tour Guide merkt sich, was dich packt, und erzählt an den nächsten Orten in diese Richtung weiter, etwa was Tobias Stimmer sonst in der Stadt hinterlassen hat oder wie der Alltag der Hochwächter aussah. Du startest mit 100 Gratis-Credits; danach wählst du diese Tour all-inclusive für 19,99 € ohne Zeitlimit oder Credits zu 5 € pro Stunde.

Ein echtes Gespräch Ein AI Tour Guide begrüßt dich, leitet die ganze Route und erzählt dir die Geschichten und Fakten, während du gehst, fragt dich, was du sehen willst, und hält ein echtes Gespräch am Laufen. Keine Aufnahme, die du auf Play drückst.
Karten-Navigation Folge der Route auf der Karte und geh in deinem eigenen Tempo. Du entscheidest, wo du startest und wann es zur nächsten Station geht.
Frag einfach Neugierig auf ein Gebäude am Weg? Frag deinen AI Tour Guide direkt vor Ort und das Gespräch geht weiter.
13 Sprachen Jederzeit die Sprache wechseln, keine separate Tour nötig.
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Häufige Fragen zu Schaffhausen

Gibt es freien Eintritt im Museum zu Allerheiligen?

Ja. An bestimmten Tagen ist die Dauerausstellung frei, und junge Besucher zahlen dort ohnehin keinen Eintritt.

Ist der Rundgang mit Kindern machbar?

Gut sogar: Die Etappen sind kurz, die längste misst 600 Meter. Im Rheinbad gibt es eigene Kinderbereiche, und der Munot ist als runde Festung für Kinder spannend.

Was mache ich bei Regen?

Zieh die Innenbesuche vor: Münster und St. Johann sind frei, das Museum zu Allerheiligen bietet Archäologie, Geschichte, Kunst und Naturkunde unter einem Dach. Die Außenstationen liegen dazwischen nur wenige Minuten auseinander.

Lässt sich Schaffhausen mit einer anderen Stadt verbinden?

Die Altstadtrunde lässt Zeit für ein zweites Ziel am selben Tag, etwa Stein am Rhein mit seiner kleinen Altstadt oder Konstanz am Bodensee.

Ist der Rundgang wirklich kostenlos?

Ja. Die ganze Tour ist kostenlos: Route, interaktive Karte und GPS-Navigation kosten dich nichts. Optional und kostenpflichtig ist nur der AI Tour Guide, der dich per Stimme durch die Tour führt und mit dir ins Gespräch kommt. Du testest ihn mit 100 kostenlosen Credits, danach zahlst du 5 € pro Stunde oder 19,99 € für diese ganze Tour, ohne Zeitlimit. Nicht enthalten ist der Eintritt bei 2 der 13 Stopps: Rheinbad und Museum zu Allerheiligen verlangen eigenen Eintritt.

Muss ich eine App herunterladen?

Nein. Alles läuft im Browser deines Smartphones. Öffne die Route und lauf los, ohne Download und ohne Anmeldung.

Muss ich den Rundgang vorab buchen?

Keine Buchung nötig. Dieser selbstgeführte Rundgang ist jederzeit verfügbar. Öffne einfach die Route im Browser und lauf los. Der AI Tour Guide funktioniert sofort, ohne App, ohne Reservierung.

In welchen Sprachen ist der AI Tour Guide verfügbar?

Der AI Tour Guide spricht 13 Sprachen. Du machst die Tour in deiner eigenen Sprache und kannst jederzeit wechseln.

Kann ich Stationen überspringen oder die Route ändern?

Klar. Es ist deine Tour. Überspring Stationen, bleib länger an Orten, die dir gefallen, oder starte an einem beliebigen Punkt der Route. Du bestimmst das Tempo.
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▶ Tour kostenlos starten Läuft im Browser, ohne App, ohne Download