Rheinbrücke Stein am Rhein
Stell dich auf die Rheinbrücke und schau aufs Wasser: Genau hier, an und unter der Brücke, endet der Untersee, also der Bodensee, und der Hochrhein beginnt. Die heutige Brücke ist eine schlichte Straßenbrücke mit zwei Fahrstreifen und Gehwegen auf beiden Seiten. Spannend wird sie durch das, was vor ihr über den Fluss führte.
Schon die Römer überquerten den Rhein in dieser Gegend. Holzpfähle bei Eschenz belegen eine Brücke aus den Jahren 81/82, die über die Ostspitze der Insel Werd beide Ufer verband. Der Fluss ist dort breiter, strömt aber ruhiger. Der südliche Teil war eine 217 Meter lange Pfahljochbrücke, unter jedem Joch steckten zehn dicke Holzpfähle im Flussbett. Im nördlichen Teil fehlen auf 74 Metern jede Pfahlreste, vermutlich lag dort eine Schiffsbrücke. Ende des 3. Jahrhunderts entstand im Schutz des Kastells Tasgetium, näher am heutigen Übergang, eine neue, wohl steinerne Brücke.
Die erste Brücke an der engsten Stelle bei Stein ließ wohl der Abt des Klosters St. Georgen bauen, Ende des 12. oder Anfang des 13. Jahrhunderts; urkundlich belegt ist sie 1267. Es war ein offener, einspuriger Holzsteg auf etwa zehn Pfahljochen. Ab 1520 wurde er samt Fundament gründlich instand gesetzt, im Dreißigjährigen Krieg kamen Zugbrücken dazu, und die Befestigung auf der Stadtseite wurde verstärkt.
Für die Brücke brauchst du keinen Eintritt und nur ein paar Minuten. Zum Kloster Sankt Georgen sind es 90 m, rund eine Minute. Dort schließt sich der Kreis: Unter dem Kloster fand man bei Grabungen die Fundamente eines Brückenkopfs, der einst diesen Rheinübergang sicherte.










