Queen Victoria Building
Das Queen Victoria Building füllt einen ganzen Häuserblock: George, Market, York und Druitt Street rahmen es ein, 190 Meter lang und 30 Meter breit. Schau zuerst nach oben zu den Kuppeln. Gebaut hat sie Ritchie Brothers, eine Stahl- und Metallfirma, die sonst Züge, Straßenbahnen und Landmaschinen herstellte. Säulen, Bögen und eine geradezu verschwenderische Menge an Details sind typisch für den Stil, den Architekten Richardsonian Romanesque nennen, nach dem Amerikaner Henry Hobson Richardson.
Entworfen hat das Haus George McRae, ein Schotte, der 1884 nach Sydney ausgewandert war. Die Stadt erlebte damals einen Bauboom, und kein Stil gab den Ton an. McRae legte dem Stadtrat deshalb gleich vier Entwürfe vor: gotisch, im Renaissancestil, im Queen-Anne-Stil und romanisch. Der Rat wählte die romanische Variante, einen Handelsbau „im Maßstab einer Kathedrale“. Begonnen wurde 1893, fertig war das Gebäude 1898.
Markt war hier schon lange vorher. Das Gelände gehört der Stadt seit 1842, und der erste Markt war ein schlichter Lagerschuppen von Gregory Blaxland. Unter Gouverneur Macquarie träumte der Architekt Francis Greenway von einem großen Bürgerplatz, in den 1830er Jahren entstanden vier solide Steinhallen nach Plänen von Ambrose Hallen. McRaes Bau selbst diente später vielen anderen Zwecken, wurde umgebaut und verfiel, bis man ihn im späten 20. Jahrhundert restaurierte und wieder zu dem machte, was er sein sollte: ein Marktplatz.
Der Eintritt ist frei, und ein Gang durch die Hallen lohnt sich für jeden, der Lust auf viktorianische Baukunst hat, auch ohne Einkaufspläne. Danach sind es 990 Meter, rund 13 Minuten, hinunter zum Wasser nach Darling Harbour.


















