Ethnographisches Museum Neuenburg
Das Ethnographische Museum Neuenburg, kurz MEN, wurde am 14. Juli 1904 eröffnet, in einer Villa auf dem Hügel Saint-Nicolas. James-Ferdinand de Pury hatte sie 1902 der Stadt vermacht, unter der Bedingung, dass daraus ein ethnographisches Museum wird. Umgebaut hat sie Léo Châtelain, der die Villa auch entworfen hatte.
Die ersten Objekte stammen wieder aus dem Kabinett von Charles-Daniel de Meuron, das 1795 an die Stadt ging: rund zweihundert ethnographische Stücke, vor allem aus Ozeanien, dann Asien und Afrika. Heute umfasst die Sammlung 50'000 Objekte aus allen Weltregionen, etwa die Hälfte davon aus Afrika. Gewachsen ist sie durch Schenkungen Neuenburger Reisender, Kaufleute, Gelehrter und Missionare und durch gezielte Ankäufe. Auch diplomatische Geschenke an die Schweiz landen hier, etwa eine Gruppe von Puppen in Trachten verschiedener Völker der Sowjetunion, dazu viele industriell gefertigte Alltagsgegenstände der Gegenwart.
Bekannt ist das MEN für seine Ausstellungsweise, die Jacques Hainard in den 1980er Jahren begründete: Sie stellt die Bedeutung der Objekte und die Rolle des Museums selbst in Frage. Seit 2017 ist die Referenzausstellung L'impermanence des choses zu sehen; die Gebäude wurden ab 2015 renoviert, die Arbeiten endeten 2020. Der Besuch kostet Eintritt und lohnt sich für alle, die Ausstellungen mögen, die zum Nachdenken herausfordern, statt nur Exotik zu zeigen.
Weiter geht es 420 Meter, etwa 5 Minuten, zum Gefängnisturm.
- Name vor Ort
- Musée d’ethnographie de Neuchâtel
- Öffnungszeiten
- Di–So 10:00–17:00, Mo geschlossen; mittwochs freier Eintritt
- Preis
- CHF 12 Erwachsene, CHF 8 Neuenburger Einwohner, CHF 4 ermäßigt (Studierende, Lernende, AHV/IV, Arbeitslose), unter 16 kostenlos; mittwochs freier Eintritt