St. Nikolaus
St. Nikolaus steht erhöht über der Stadt, und genau so wirkt sie auch: ein gotischer Bau, an dem über zwei Jahrhunderte gearbeitet wurde, von 1283 bis zur Fertigstellung 1490. Der Glockenturm ragt 74 Meter auf und ist von weit her die Orientierung, nach der du dich auf der ganzen Runde richten kannst.
Schau dir zuerst die Portale an. Am Westportal, dem heutigen Haupteingang, zeigt ein Relief das Jüngste Gericht. Ursprünglich war aber das Südportal der Eingang, weil das Burgquartier auf der anderen Seite durch einen Graben abgetrennt war. Ab den 1970er Jahren verschwand dieses Südportal hinter einer Holzkonstruktion, die es vor den Abgasen des dichten Verkehrs schützen sollte. Erst als 2006 das Projekt der Poya-Brücke genehmigt war und der Verkehr um die Kathedrale abnahm, konnte es restauriert werden.
Innen lohnt sich der Besuch für jeden, auch wenn du nur zehn Minuten hast. Die Glasfenster entwarf der polnische Maler Józef Mehoffer zwischen 1896 und 1936, ein vollständiges Ensemble des Jugendstils, das in Europa zu den bedeutendsten seiner Art zählt; 1970 kamen Fenster des Franzosen Alfred Manessier dazu. Die Orgeln baute der Freiburger Aloys Moser zwischen 1824 und 1834, und sie zogen Musiker wie Franz Liszt und Anton Bruckner an.
Kathedrale ist St. Nikolaus übrigens erst seit 1924: Mit einer päpstlichen Bulle wurde die Stiftskirche erhoben und Freiburg zum Sitz des Bistums Lausanne, Genf und Freiburg. Der erste Bischof, Marius Besson, nahm sie am 1. Februar 1925 in Besitz. Von hier sind es 620 Meter, rund neun Minuten, bis zur Standseilbahn, die Oberstadt und Unterstadt verbindet.
























