Schloss Fontainebleau
Vor dir steht ein Schloss, an dem acht Jahrhunderte gebaut haben. Die ersten Spuren reichen ins 12. Jahrhundert zurück, die letzten Arbeiten fallen ins 19. Jahrhundert, und dazwischen wohnten hier die Herrscher Frankreichs von Franz I., der es zu seiner Lieblingsresidenz machte, bis Napoleon III. Deshalb mischen sich an den Fassaden Mittelalter, Renaissance und Klassik. Napoleon I. nannte es die „maison des siècles“, das Haus der Jahrhunderte. Lies es genau so: nicht als einen Entwurf, sondern als Schichten, die jeder König ein wenig anders hinterlassen hat.
Die prägendste Schicht stammt von Franz I. Er wollte in Fontainebleau ein „neues Rom“ schaffen und holte italienische Künstler an den Hof, die hier arbeiteten und die französische Kunst beeinflussten. Aus dieser Begegnung entstand die Schule von Fontainebleau, die reichste Phase der Renaissancekunst in Frankreich, deren Einfluss in der Malerei bis weit ins 17. Jahrhundert reichte. Seit 1862 steht das Schloss unter Denkmalschutz, seit 1981 gehört es mit seinem Park zum UNESCO-Welterbe.
Lohnt sich der Innenbesuch? Für alle, die Kunst oder Geschichte mögen, ganz klar. Das Schloss besitzt eine der bedeutendsten Sammlungen historischer Möbel Frankreichs und dazu Gemälde, Skulpturen und Kunstobjekte, die vom 6. bis ins 19. Jahrhundert reichen. Wer nur wegen Wald und Gärten kommt, kann das Innere auslassen, denn Höfe und Gärten sind frei.
Von hier sind es 320 m und 4 Minuten bis zur Galerie François-Ier. Sie liegt im Schloss selbst und ist das Herzstück dessen, was Franz I. hier wollte.












