Piazza Maggiore
Du stehst auf dem Hauptplatz Bolognas, und um dich herum stehen die wichtigsten Bauten der mittelalterlichen Innenstadt. Dreh dich einmal langsam: Im Norden schließt der Palazzo del Podestà aus dem 13. Jahrhundert den Platz ab, überragt vom Torre dell’Arengo. Gegenüber im Süden ragt die unvollendete Fassade von San Petronio auf. Im Westen begrenzt der Palazzo d’Accursio den Platz, ein mächtiger Bau aus dem 14. Jahrhundert, der heute als Rathaus dient und auch das Museo Morandi beherbergt.
Im Osten wirkt der Palazzo dei Banchi wie ein Palast, ist aber eigentlich nur eine schlichte Fassade. Sie entstand zwischen 1565 und 1568 nach dem Vorbild von Giacomo Barozzi und ersetzte bescheidenere Häuser, ließ die alten Gassen aber bestehen, die sich dort kreuzten. Achte auf die Durchgänge in der Fassade: Hier schaut das mittelalterliche Straßennetz durch die Renaissance hindurch. Der verlängerte Bogengang dahinter führt zum Archiginnasio.
Entstanden ist der Platz im 13. Jahrhundert als Marktplatz; die Gemeinde kaufte dafür Häuser und ließ sie abreißen. Seinen heutigen Grundriss bekam er erst im 15. Jahrhundert. Im 16. Jahrhundert ließ der Papst das ganze Viertel durch Kardinal Karl Borromäus umgestalten, daher stammen der Neptunbrunnen und das Archiginnasio nebenan. 1860 wurde der Platz König Viktor Emanuel II. gewidmet und trug seinen Namen bis 1945; damals zog das Reiterdenkmal des Königs in die Giardini Margherita um, wo es bis heute steht.
Der Platz ist frei und rund um die Uhr zugänglich, ein guter Ort, um anzukommen und sich zu orientieren. Zur Basilika San Petronio sind es nur 40 Meter, eine Minute: Sie ist die Fassade, die du die ganze Zeit vor Augen hattest.


















