Kathedrale Sé de Braga
Mit der Kathedrale Sé de Braga beginnst du dort, wo das kirchliche Portugal angefangen hat. Sie war die erste Kathedrale des Landes und entstand Jahrzehnte, bevor es Portugal überhaupt gab, als die Gegend noch zum Königreich León gehörte. Nachdem die Stadt um 1071 wieder in christlicher Hand war, ließ Bischof Pedro mit dem Bau beginnen; geweiht wurde 1089, fertig waren damals nur die östlichen Kapellen. Seit 1910 ist der Bau Nationaldenkmal, und bis heute ist er Sitz des Erzbischofs, der den alten Titel eines Primas von Portugal und Spanien trägt.
Die Wurzeln reichen viel tiefer. Das Bistum besteht seit dem 3. Jahrhundert und war der Ausgangspunkt für die Christianisierung des Nordwestens der Iberischen Halbinsel. Als ersten Bischof verehrt die Tradition Petrus von Rates: einen kurz zuvor verstorbenen Juden, den der Apostel Jakobus der Legende nach wieder zum Leben erweckte und zum Prediger weihte. Petrus soll später im Norden Portugals beim Versuch, Menschen zu bekehren, als Märtyrer gestorben sein.
Im 5. und 6. Jahrhundert war die Stadt, damals Bracara Augusta, Hauptstadt des Suebenreichs, und um 550 bekehrte Bischof Martin von Dumio die Sueben zum Katholizismus. Unter den Westgoten verlor Braga an Bedeutung, nach Ankunft der Mauren 716 sogar den Bischofssitz. Den großen Aufstieg brachte 1107: Graf Heinrich von Burgund und Bischof Geraldo de Moissac überzeugten den Papst, Braga zum Erzbistum zu machen, zuständig für den größten Teil Portugals und einen Teil Galiciens.
Hinein lohnt sich, wenn du mehr als die Fassade sehen willst. Es gibt drei Rundgänge, die du einzeln oder kombiniert buchen kannst: das Schatzkammer-Museum, die Kapellen mit dem Hochchor und die Kathedrale selbst. Das Ticket für alle drei kostet kaum mehr als zwei einzelne, so bekommst du das ganze Ensemble. Plan dafür etwa eine Stunde ein.
Danach sind es 240 m und 3 Minuten zum Arco da Porta Nova; unterwegs kommst du an der Rua do Souto und dem kleinen Brunnen Fonte dos Granginhos vorbei.
















