Palácio de São Lourenço
Du startest an einem Bau mit Doppelleben: Der Palácio de São Lourenço im historischen Zentrum ist Festung und Palast zugleich. Heute ist er Amtssitz des Vertreters der Republik auf Madeira und derzeit geschlossen, du siehst ihn also von außen. Er gilt als eindrucksvollstes Beispiel ziviler und militärischer Baukunst der Insel, und genau diese zwei Seiten kannst du an ihm ablesen.
Die Festung wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts begonnen und erst unter den spanischen Philippinen-Königen vollendet. Die Prunksäle im Hauptgeschoss stammen dagegen aus dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts, dazu kommen Gärten im Inneren. Hinter den wehrhaften Mauern lag also bald ein repräsentatives Wohnhaus.
Der Wendepunkt kam 1566: Französische Korsaren überfielen und plünderten Funchal, und nach der Überlieferung drangen sie an einem Turm an der Nordwestseite der alten Anlage ein. Danach baute der neue Meister der königlichen Bauten, Mateus Fernandes, die Bastion aus. Ein Stadtplan von etwa 1570 zeigt eine rechteckige Mauer mit den Häusern des Kapitäns darin und einem manuelinischen Turm an der Südostecke.
1572 wurde der Plan noch einmal erweitert, nun auf drei Bastionen. Häuser, die im Weg standen, wurden abgerissen, und die ganze Stadt sollte eine Mauer mit fünf Toren bekommen, zwei davon zum Meer hin. Um 1580 standen vermutlich die quadratische Südwestbastion und zwei fünfeckige Bastionen im Norden, die die Stadt beherrschten.
Zur Sé do Funchal sind es nur 240 m, keine 3 Minuten zu Fuß. Du gehst damit vom Schutz der Stadt zu ihrem geistlichen Zentrum.










