Kloster Santa Cruz
Die Tour beginnt bei den Gründern des Landes. Im Kloster Santa Cruz liegen die ersten beiden Könige Portugals, Afonso Henriques und sein Nachfolger Sancho I., deshalb trägt die Kirche den Rang eines Nationalpantheons. Gegründet wurde das Kloster 1131, damals noch außerhalb der schützenden Stadtmauern. Kirche und Klostergebäude entstanden zwischen 1132 und 1223 und wuchsen auf 25 Meter Höhe.
Erster Prior war der heilige Theotonius, der hier die Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz versammelte. In den frühen Jahren der Monarchie war Santa Cruz das wichtigste Kloster des Landes: Päpste und Könige gewährten Privilegien und Schenkungen, und die Schule mit ihrer großen Bibliothek war im Mittelalter Treffpunkt der Gelehrten und Mächtigen. Afonso Henriques nutzte das Skriptorium, um seine Königsmacht schriftlich zu festigen. Dass er sich ausgerechnet hier begraben ließ, ist also kein Zufall.
Vom romanischen Ursprungsbau mit einem Schiff und hohem Fassadenturm ist nichts geblieben. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts ließ König Manuel die ganze Anlage erneuern. Diogo de Boitaca entwarf die manuelinische Kirche und den Kapitelsaal mit Korbbögen und Rippengewölben, Marco Pires vollendete die Kirche, die Capela de São Miguel und den Claustro do Silêncio, den Kreuzgang des Schweigens. 1530 kamen die beiden Königsgräber in die Hauptkapelle, wo sie bis heute in einem Bildhauerwerk von Nicolau Chanterene ruhen. Schau dir die Grabmäler in Ruhe an, ihre Geschichte begleitet dich bis zur Sé Velha.
Die Kirche ist frei. Die Sakristei kostet Eintritt und lohnt sich, wenn du nach den Königsgräbern mehr vom Kloster sehen willst.
Zur Universität gehst du 840 Meter, rund 14 Minuten, die längste Etappe der Route. Vom Kloster, das die Könige förderten, kommst du zur Hochschule, die ein König gründete.












