Stadthaus von Cartagena
Du startest vor einem Bau, dessen Fassade ganz aus weißem Marmor besteht. Das Stadthaus von Cartagena entstand zwischen 1900 und 1907 nach Plänen des aus Valladolid stammenden Architekten Tomás Rico Valarino und zählt zu den wichtigsten modernistischen Gebäuden der Stadt. Achte auf die Form: Das Haus steht auf einem dreieckigen Grundriss, und oben auf dem Dach sitzen Kuppeln aus Zink.
Schau dir den Schmuck genauer an. Immer wieder tauchen zwei Zeichen auf. Das eine ist die Burg aus dem Stadtwappen, das Castillo de la Concepción, bei dem dein Rundgang endet. Das andere ist die Mauerkrone, die Scipio Africanus der Stadt verliehen haben soll, als er Carthago Nova einnahm.
Der Neubau hat einen Grund: Um 1900 erlebte Cartagena einen Aufschwung, und das alte Rathaus aus dem 16. Jahrhundert im strengen herrerianischen Stil war zu klein geworden. Man baute auf demselben Grundstück neu. Ausgerechnet der Boden wurde zum Problem: Er ist dem Meer abgerungen und instabil, die Fundamente waren mangelhaft. Das Haus bekam schwere Schäden und wurde 1995 geschlossen. Ein Rechtsstreit mit der Baufirma verzögerte die Sanierung um elf Jahre, erst 2006 erstrahlte das Gebäude wieder wie bei seiner Eröffnung.
Lohnt sich ein Blick hinein? Das Foyer im Erdgeschoss und die Ausstellungssäle sind kostenlos, nur die Führung kostet etwas. Drinnen fallen die gusseisernen Säulen und Lampen auf, dazu eine Sammlung von Porträts bedeutender Cartageneros seit dem 18. Jahrhundert. Auch Plenarsaal und Bürgermeisterbüro liegen im Haus. Für Architekturfans sind 20 Minuten gut investiert.
Zum Barrio del foro romano de Cartagena sind es 530 m, etwa 7 Minuten. Du wechselst vom Cartagena um 1900 in die römische Stadt, deren Name dir eben in der Geschichte der Mauerkrone begegnet ist.












